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„Ein Gewächs der VHS“ : Neuer Leiter für die Volkshochschule Frankfurt

Alter Hase: Der neuer Leiter der Volkshochschule Frankfurt, Danijel Dejanovic, ist im Haus bereits bekannt. Bild: Holger Menzel

Danijel Dejanovic leitet künftig die Volkshochschule in Frankfurt. Er ist dort ein alter Bekannter. Zuvor hatte die fast gleichzeitige Kündigung mehrerer Führungskräfte für Unruhe und Kritik im Haus gesorgt.

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          Neuer Leiter der Frankfurter Volkshochschule (VHS) wird Danijel Dejanovic. Das hat der Magistrat am Freitag beschlossen und damit eine einstimmige Entscheidung der zuständigen Betriebskommission vom Montag bestätigt. Der im schwedischen Jönköping geborene 53 Jahre alte Dejanovic folgt an der Spitze der VHS auf Truda Ann Smith, die im Juli auf eigenen Wunsch vom Dienst freigestellt worden war. Zuvor hatte die fast gleichzeitige Kündigung mehrerer Führungskräfte für Unruhe und Kritik im Haus gesorgt.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dejanovic ist in der Volkshochschule ein alter Bekannter. Der Informatik-Betriebswirt, der außerdem berufsbegleitende Studiengänge zur Erwachsenenbildung absolviert hat, kam 1993 als Kursleiter an die VHS Frankfurt, unter anderem für Deutsch als Fremdsprache. Fast sein gesamter anschließender Werdegang ist mit dem Haus verbunden, wie es aus dem Bildungsdezernat heißt. Er sei „ein Gewächs der VHS Frankfurt“.

          Von Dezember 2014 bis Dezember 2015 leitete Dejanovic die Volkshochschule kommissarisch, seit dem Dienstantritt Smiths Ende 2015 und bis September 2019 war er deren Stellvertreter. Anschließend leitete Dejanovic die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau, dann die VHS Kassel.

          Zwei Tage lang „auf Herz und Nieren“ geprüft

          Auf den Posten des Betriebsleiters der Frankfurter Volkshochschule bewarben sich nach den städtischen Angaben 25 Personen. In dem von einer externen Personalagentur geleiteten Verfahren kamen sechs in eine engere Auswahl ähnlich einem Assessment-Center. Die Kandidaten seien zwei Tage lang „auf Herz und Nieren“ geprüft worden, heißt es. Ein besonders wichtiges Kriterium sei angesichts der Krisensituation in der Volkshochschule die Führungsstärke gewesen. Unter Betriebsleiterin Smith hatten ein Abteilungsleiter und zwei Fachbereichsleiter fast gleichzeitig gekündigt. Immer wieder war von Unzufriedenheit unter den etwa 130 festangestellten Mitarbeitern zu hören. Die etwa 900 selbständigen Kursleiter fordern zudem mehr Mitbestimmung.

          Dejanovic habe bei der Auswahl auch mit interner Fachkenntnis gepunktet, heißt es aus dem Dezernat von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Zwei Fachbereichsleiter hätten die Auswahlkommission beratend unterstützt. „Es ist sehr klar auf Herrn Dejanovic hinausgelaufen.“ Nun gelte es, die Krise der auch von Corona gebeutelten Volkshochschule aufzuarbeiten. Voraussichtlich Mitte Dezember soll Dejanovic dort anfangen. Die drei unbesetzten Abteilungs- und Fachbereichsleiterstellen sollen ebenfalls bald besetzt werden.

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