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Corona-Tests an Schulen : „Es ist eine Wundertüte“

Bis die Augen tränen: In der Ernst-Reuter-Schule in Frankfurt werden für einen Corona-Test Abstriche genommen. Bild: Lucas Bäuml

Im Frankfurter Gesundheitsamt kümmert sich ein kleines Team um Corona-Fälle an Schulen und in Kitas. Die Tests an der Ernst-Reuter-Schule im Frankfurter Norden zeigen, dass das aufwendig ist: Denn jeder Fall ist anders.

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          Am Freitag vor den Ferien hat der Selbstlernraum eine andere Funktion als sonst. Den Namen trägt er aber immer noch zu Recht. An normalen Schultagen können die Gymnasiasten dort an langen Tischen die Fachbücher und Lexika aus den Regalen studieren. Oder nebenan an den Computern arbeiten. Am Vormittag des letzten Schultags dagegen nimmt eine 17 Jahre alte Schülerin auf einem Stuhl Platz, wedelt mit den Händen und ruft: „Oh mein Gott!“ Und gleich noch einmal: „Oh mein Gott!“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Mann im türkisfarbenen Schutzanzug verzieht keine Miene, jedenfalls so weit das hinter Visier und FFP-2-Maske erkennbar ist. Ruhig dreht er das lange weiße Wattestäbchen in der Nase des Mädchens. Nach ein paar Sekunden zieht er es heraus. „Oh, das brennt!“ Als Antwort erhält die aufgeregte Schülerin ein schlichtes „Mund auf!“. Als auch der Rachenabstrich genommen und das Stäbchen im durchsichtigen Rohr verpackt ist, streift der Mann neue blaue Handschuhe über. Die Schülerin verlässt den Selbstlernraum entlang den Pfeilen – immerhin um die Erfahrung reicher, dass sie mit Corona-Tests eher nicht so gut klarkommt. Vermutlich bekommt sie dafür am nächsten Tag Gewissheit, dass sie sich nicht bei einer infizierten Schulkameradin angesteckt hat.

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