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Am Frankfurter Flughafen : 38.000 Virus-Tests in vier Wochen

Großer Andrang, geringer Abstand:Flugreisende vor dem Covid-19-Testzentrum am Frankfurter Flughafen Bild: Helmut Fricke

Das Covid-19-Testzentrum am Frankfurter Flughafen wird intensiv genutzt. Die Lufthansa will die Kooperation mit Fraport und dem Gentechnik-Unternehmen Centogene dauerhaft fortsetzen. Angekündigte Kontrollverschärfungen könnten den Zustrom noch steigern.

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          Die Schlangen vor der Test-Station zeigen es deutlich: Die vom Flughafenbetreiber Fraport, von der Lufthansa und dem Gentechnologie-Unternehmen Centogene angebotene Möglichkeit, sich am Flughafen auf eine Corona-Infektion testen zu lassen, stößt auf großes Interesse. In den ersten vier Wochen seit der probeweisen Eröffnung Ende Juni haben sich dort rund 38.000 Personen auf Covid-19 testen lassen, wie eine Sprecherin des börsennotierten Unternehmens am Dienstag mitteilte. Zurzeit seien rund 1500 Tests am Tag die Regel. Seit Aufnahme der Tests sei bei etwa 100 Frauen und Männern eine Infektion festgestellt worden, fast ausnahmslos Einreisende.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Ein Sprecher der Lufthansa sagte am Dienstag, die Testphase sei so erfolgreich verlaufen, dass die Airline die Kooperation weiterführen werde. Die Kapazität solle nun weiter ausgebaut werden. Das geschehe auch im Blick auf die vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigte Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Mit dem Testcenter will die Lufthansa ihren Kunden die Möglichkeit bieten, sich für Flüge ins Ausland oder einen Aufenthalt in Deutschland zu testen und so eine mögliche Quarantäne auszuschließen. Die von Spahn angekündigte allgemeine Kontrolle ist für Flugreisende deutlich leichter zu organisieren als lückenlose Tests von Reiserückkehrern, die mit dem Auto oder dem Zug unterwegs sind.

          Da das Testzentrum in Frankfurt außerhalb des Sicherheitsbereichs im Übergang zwischen Terminal 1 und dem Fernbahnhof im Squaire-Komplex liegt, können sich dort auch Personen testen lassen, die nicht mit dem Flugzeug oder überhaupt nicht verreisen wollen. Im Angebot sind zwei Varianten: Wer schnell ein Ergebnis haben möchte, der muss den Fast-Track-Test wählen. Innerhalb von rund drei Stunden verschafft dieser Klarheit und den für die Einreise in zahlreiche Staaten notwendigen Nachweis, derzeit nicht infiziert zu sein. Dieser Test kostet 139 Euro. Die zweite Testvariante ist mit 59 Euro wesentlich günstiger, das Ergebnis liegt aber auch erst am Folgetag vor. Derzeit wählen den Angaben zufolge rund 15 Prozent der Kunden den schnellen Test.

          Theoretisch kann jeder Interessierte auch einen Schleimhautabstrich bei sich selbst nehmen und die gesicherte Probe auswerten lassen. So hat man die Sicherheit, dass man für sein Umfeld und Angehörige einer Risikogruppe keine Gefahr darstellt. Um aber in Länder einreisen zu können, in denen Pandemiebeschränkungen gelten, ist es notwendig, dass die Abstriche von medizinisch geschulten Fachleuten genommen werden.

          Für die Lufthansa wie auch Fraport ist ein in der Praxis anwendbares Testangebot für Reisende von entscheidender Bedeutung bei dem Versuch, den Passagierverkehr wieder schrittweise zu steigern. Eine Fraport-Sprecherin sagte am Dienstag, dass der Testbetrieb aus Sicht des Flughafens sehr gute laufe. Um den zeitweise erheblichen Andrang so zu organisieren, dass Umsteiger vom Zug in die Flugzeuge und umgekehrt nicht behindert werden, hat Fraport eigens Mitarbeiter abgestellt.

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