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Corona-Lotsin : Pandemie-Aufklärung auf dem Spielplatz

Ehrenamtlicher Einsatz: Sarah Negusse hilft bei Fragen zur Impfung. Bild: Lucas Bäuml

Sarah Negusse ist Gesundheitslotsin. Sie klärt in Frankfurt Menschen, die kaum Deutsch sprechen, über das Impfen auf und überzeugt sie von der Notwendigkeit von Masken und Abständen.

          5 Min.

          Manchmal flunkert Sarah Negusse. Zum Beispiel an diesem warmen Sommertag auf einem Spielplatz im Frankfurter Gallusviertel: Sie will den beiden Frauen aus Eritrea klarmachen, dass sie sich wirklich nicht in Großgruppen treffen können. In Eritrea gehört das zum Alltag. Auch Negusse stammt aus Eritrea, sie weiß, wie es läuft. Große Feiern und Küsschen auf die Wange und herumtollende Kinder aus zig verschiedenen Familien bestimmen das Leben. Aber jetzt ist Pandemie.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Negusse sagt darum in der Landessprache Tigrinya, dass Verstöße gegen die Corona-Regeln hart bestraft werden. Sehr hart. Das Wort Gefängnis fällt. Dabei guckt sie streng hinter ihrer FFP2-Maske hervor. In Haft musste zwar nur ein Mann in Bayern, weil er wiederholt gegen die Auflagen verstoßen hatte und vollkommen uneinsichtig war. Diese Details sind jetzt aber unwichtig. Denn das ist Negusses Auftrag: Erklär die Pandemie. Und zwar so, dass auch Menschen die Gefahr verstehen, die aus anderen Kulturkreisen stammen. Das tut sie, immer und immer wieder, unermüdlich, ein Erklärbär für Corona. Negusse ist Gesundheitslotsin.

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