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Coronavirus in der Drogenszene : Nur eine Frage der Zeit

Drogenabhängige und Dealer stehen noch weiter in der Frankfurter Taunusstraße und angrenzenden Straßen, zum Teil in größeren Gruppen. Bild: Helmut Fricke

Die Polizei kontrolliert Tag und Nacht: Im Frankfurter Bahnhofsviertel geht die Sorge um, dass das Coronavirus die Drogenszene erreicht. Doch Dealer und Konsumenten lassen sich ihre Treffpunkte nicht nehmen.

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          Als die Polizei am Sonntagabend nicht mehr zu sehen ist, stehen Dealer und Abhängige nebeneinander an der Taunusstraße wie zu den Zeiten, als die Pandemie noch kein Thema war. Sie stehen dicht gedrängt. Sieben Mann. Ein Süchtiger hält einen Schein in der Hand, im nächsten Moment bekommt er dafür zwei Steinchen Crack. Drei weitere Männer zünden sich eine Pfeife an. Nur wenige Meter entfernt steht die nächste Gruppe. Auf dem Gehweg der Elbestraße versammeln sie sich. Wie fast jeden Abend vor der Drogenhilfseinrichtung, die zu dieser späten Stunde längst geschlossen ist.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nicht erst seit dem offenen Brief, den am Montag Angestellte der Integrativen Drogenhilfe veröffentlichten, ist bekannt, dass die Situation innerhalb der Drogenszene im Bahnhofsviertel nicht mehr tragbar ist. Seit Beginn der Ausbreitung des Coronavirus gehört eine Infektion in der Risikogruppe der Schwerstabhängigen zu einem der gefürchteten Szenarien. Denn eine Ausbreitung in der Szene, so heißt es, bringe mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerste Krankheitsverläufe mit sich, die in den Krankenhäusern behandelt werden müssten. Gespräche dazu hatte es schon vor etwa zwei Wochen gegeben, als das Kontaktverbot ausgesprochen worden war. Seitdem hat sich jedoch seitens der Stadt wenig getan.

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