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Impfunwillige Pflegekräfte : Unwillig, unwissend oder nur abwartend?

Hygienisch: Im Mainzer Heim „Pro Seniore“ wird die Impfung von Altenheimbewohnern und Pflegepersonal vorbereitet. Bild: Maximilian von Lachner

Erst wurden sie beklatscht, nun werden sie kritisiert, weil sie sich nicht impfen lassen wollen. Wie Pflegekräfte sich wirklich zur Corona-Impfung verhalten.

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          Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hätte gern eine Impfpflicht für Pflegekräfte, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt sie ab, und jeder andere hat ebenfalls eine Meinung dazu. Dabei ist die angebliche Impfunwilligkeit der Pflegekräfte gar keine ausgemachte Sache, wenn man sich in Frankfurts Krankenhäusern und Pflegeheimen umhört. „Wir freuen uns über eine Impfbereitschaft von 75 Prozent unserer Belegschaft in Medizin und Pflege“, sagt Pflegedirektorin Annette Liller vom DGD-Krankenhaus Sachsenhausen. Auch im Universitätsklinikum Frankfurt ist laut einem Sprecher beim pflegerischen und ärztlichen Personal sowie allen anderen Berufsgruppen eine hohe Impfbereitschaft erkennbar. Häufig werde der Wunsch ausgesprochen, sich so rasch wie möglich impfen zu lassen.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Krankenhaus Sachsenhausen hat man Bedenken der Angestellten gegen eine Impfung wahrgenommen, aber von Anfang an auf Aufklärung gesetzt: „Wir bieten unseren Mitarbeitern Informationen rund um die Impfung an – sei es über den betriebsärztlichen Dienst, den hygienebeauftragten Arzt oder unsere Hygienefachkraft.“ Die Bedenken bestünden vor allem darin, dass der Impfstoff neu auf dem Arzneimittelmarkt sei und es deshalb keine Langzeitstudien gebe.

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