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Neue Knappheit : Warum die Impfstoff-Kühlschränke leer sind

Rätsel um die Mangelware Impfstoff: Impfwillige werden in Arztpraxen und Impfzentren zurückgewiesen, obwohl es in Berlin heißt, die Lager seien voll. Bild: Lucas Bäuml

Der Impfstoff wird knapp. Die Hausärzte klagen, weil sie Termine absagen müssen. Eine Schwachstelle im Bestellsystem könnte der Grund sein.

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          Mit dieser Nachricht hatte Hausärztin Kerstin Ehrlich am vergangenen Donnerstag nicht gerechnet. Gerade war die Sprechstunde in ihrer Praxis in Sachsenhausen beendet, da rief ihr Apotheker an: Der Corona-Impfstoff sei wieder knapp. Und das zum ersten Mal seit dem Höhepunkt der Impfkampagne im Sommer. Hausärztin Ehrlich wird rund zwei Drittel ihrer Impftermine in dieser Woche absagen müssen. „Wir bestellen und bestellen. Und jetzt gibt es wieder keinen Impfstoff. Das ist ein Witz“, sagt Ehrlich. Dass es Lieferprobleme mit den Impfstoffen geben könnte, sei für sie nicht absehbar gewesen.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Seit einigen Monaten lief eigentlich alles glatt: Als es Mitte des Sommers endlich Impfstoff für alle gab, konnten Ärzte wie Kerstin Ehrlich selbst entscheiden, wie viel sie impfen wollen. Begrenzt waren sie nur durch den eigenen Terminkalender, später dann durch die Impfskepsis einiger Patienten. Das Problem der Impfstoffknappheit galt seitdem als überwunden – bis vergangene Woche.

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