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Studie zu Corona-Folgen : Schließung von Schulen senkt späteres Gehalt

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Leere statt Lehre: Flächendeckende Schulschließungen wie im Frühjahr soll es möglichst nicht mehr geben. Bild: dpa

Wenn Schulen wegen Corona länger zu bleiben, kann das für die Kinder lebenslange Folgen haben. Das haben Frankfurter Finanzforscher ausgerechnet.

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          Auch wenn die Corona-Infektionszahlen stark steigen, sollen die Schulen möglichst offen bleiben – so ist es immer wieder aus der Politik zu hören. Argumente für diese Linie liefert das Frankfurter Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung mit einer aktuellen Studie. Sie zeigt, dass vor allem Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren auf lange Sicht unter den Folgen von Schulschließungen leiden werden.

          Die Wissenschaftler um Alexander Ludwig haben anhand von Daten amerikanischer Haushalte und einer Modellrechnung auf der Basis früherer Forschungsergebnisse ermittelt, wie sich eine Schließung von sechs Monaten auf das Leistungsvermögen und das spätere Einkommen der Kinder auswirkt. Demnach werden die Betroffenen später im Durchschnitt ein Prozent weniger verdienen als bei konstanter staatlicher Ausbildung. Besonders stark wirkt sich die Bildungslücke bei den Jüngeren aus, weil ältere Schüler schon ein höheres Wissensniveau erreicht haben. Größere Nachteile haben auch Kinder aus Haushalten mit niedrigem Einkommen.

          Auf die Eltern wirkt es sich ebenfalls negativ aus, wenn die Schulen coronabedingt zu bleiben: Den Berechnungen zufolge müssen sie dann im Mittel fünf Prozent mehr Geld und gut drei Prozent mehr Zeit in die Erziehung investieren. Die Folgen des Ausfalls von Präsenzunterricht können sie aber auch damit nicht vollständig ausgleichen.

          Link zur Publikation: https://safe-frankfurt.de/de/publikationen/working-papers.html

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