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Polizei unter Beobachtung : „Digitales Schmierestehen im Netz“

Immer vernetzt: Schützt die digitale Kommunikation jetzt vorsätzlich Kriminelle? Bild: dpa

Eine interaktive Karte zeigt Polizeieinsätze in Echtzeit an. Die Polizei schlägt Alarm: Die App diene dem Schutz von Straftätern. Was steckt hinter der Plattform?

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          Es sind Nachrichten wie diese, welche die Polizei seit Tagen alarmieren: „Personenkontrolle an der Konstablerwache. Gemeldet vor elf Minuten.“ Oder: „Streifenwagen an der Südseite des Hauptbahnhofs. Gemeldet vor sechs Minuten.“ Dazu sieht man eine Karte im Netz, auf der quasi in Echtzeit angezeigt wird, wo ein Polizist gerade steht, jemanden kontrolliert oder sich möglicherweise vielleicht auch einfach nur ein Brötchen auf die Hand und einen Kaffee besorgt. „Achtung, hier droht Gefahr“, ist die Internetseite überschrieben. Und den Einträgen nach zu urteilen, die vor allem in den deutschen Großstädten in regelmäßigem Takt eingestellt werden, wird dieses neue „Warnportal“ rege genutzt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Cop Map“ heißt die umstrittene Seite, die seit einigen Tagen im Internet verfügbar ist und unter anderem von der Deutschen Polizeigewerkschaft heftig kritisiert wird. Die Vereinigung befürchtet, dass ein Bewegungsprofil von Beamten erstellt werden könne und es Kriminellen möglich sei, sich künftig vor der Polizei zu schützen. Zudem wehrt sich die Gewerkschaft dagegen, dass in einem Video, das auf der Internetseite ebenfalls zu sehen ist, die Polizei „als Gefahr“ bezeichnet werde. Somit werde „suggeriert, dass die Polizei ausschließlich aus Schlägern besteht und Polizeibeamte nichts anderes zu tun haben, als die Bürger zu Unrecht zu drangsalieren“.

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