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„Cold Cases“ : Keiner wird vergessen

Durch ein anderes Delikt in den Fokus geraten: Der Mörder von Johanna Bohnacker konnte 18 Jahre nach der Straftat gefasst werden. Bild: Cornelia Sick

Moderne Ermittlungsmethoden ermöglichen es, neue Spuren in vermeintlich unlösbaren Kriminalfällen zu entdecken. In Hessen werden „Cold Cases“ jetzt systematisch aufgerollt.

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          Andrea Lange kennt diesen Geruch nach altem Papier. Auf dem die Schrift vergilbt ist, fast bis zur Unkenntlichkeit verblasst. Hunderte Seiten. Sie alle erzählen eine Geschichte. Es ist die Geschichte vom Tod. Und sie kennt diesen besonderen Moment, wenn man als Ermittler in die Asservatenkammern kommt, auf der Suche nach einem alten Fall. Viele Jahre ist er manchmal nicht mehr angerührt worden, obwohl die Akte nie geschlossen war. „Und dann sieht man plötzlich die Kleidung, die das Opfer damals getragen hat. Man findet alte Aufzeichnungen, Skizzen, Vernehmungsprotokolle von Zeugen und manchmal sogar von Verdächtigen. Man blickt in die Vergangenheit, auf ein Verbrechen, das niemals aufgeklärt worden ist. Dann überkommt einen die Hoffnung, dass es diesmal vielleicht gelingt.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Cold Cases – eigentlich mag Andrea Lange diesen amerikanischen Ausdruck nicht. Aber es gebe keinen Begriff, der das, was sie Tag für Tag beschäftigt, ähnlich gut umschreibt. Altfälle, das klingt nach „alt“ und „verstaubt“. Ungeklärte Fälle, das klingt nach Bürokratie. Also bleibt sie bei „Cold Cases“, von denen es in Hessen noch mehrere Dutzend gibt. Und Andrea Lange ist die Frau, die diese Fälle in Hessen wieder aufrollen will.

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