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Zirkus in Not : Zwei Jahre Winter

Die Arbeit steht nicht still: Angelo, Sohn des Zirkusdirektors Tino Krämer, kümmert sich um Pferde, Ziegen und die Esel Max und Moritz. Bild: Maximilian von Lachner

Der Circus Delmonde ist in Frankfurt gestrandet. Auf einem Parkplatz schlägt sich die Truppe durch und hofft darauf, bald wieder durchs Land zu ziehen und aufzutreten. „Wir können ja nichts anderes“, sagt Tino Krämer, der Direktor.

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          Tino Krämer kann auch fluchen, so richtig. Dann wird seine raue Stimme noch ein bisschen tiefer und lauter, dann steht er da, ein wütender, großer Mann mit Falten unter den Augen. „Die Stadt will uns Zirkusse nicht, die Stadt will uns loswerden“, schimpft er dann. Und er zählt die Orte auf, an denen man schon seit einiger Zeit seine Zelte nicht mehr aufbauen darf, an denen schon lange kein Zirkus mehr aufgetreten ist. Der alte Festplatz in Praunheim, an der Brücke. Der Platz am Schwanheimer Ufer. Der Platz in Rödelheim. Und auch der in Bergen-Enkheim.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Tino Krämer ist Zirkusdirektor. Eigentlich heißt er mit Vornamen Emil, so steht es in seinem Pass, aber so nennt ihn schon lange niemand mehr. Der Circus Delmonde ist sein Zirkus, ein Familienbetrieb. 15 Leute sind sie: er selbst, seine Frau, die sechs Kinder, zwei Enkelkinder, der Schwiegersohn, die Schwiegertochter, der Schwager, Cousin und Cousine. Alles Familie, so geht das seit Ewigkeiten, seit sieben Generationen.

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