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Abschied vom Frankfurter Zoo : Casares geht mit einer Mahnung

„Ein Teil meines Herzens wird in Frankfurt bleiben“: Miguel Casares bei seiner Verabschiedung Bild: Lakuntza, Nerea

Drei Jahre hat Miguel Casares den Frankfurter Zoo geleitet. Nun kehrt der Spanier in seine Heimat zurück. Zum Abschied hinterlässt er eine Anleihe aus dem in Spanien so traditionsreichen Stierkampf.

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          Die melancholischen spanischen Klänge des Gitarristen Marco di Gianno passten zur Stimmung im Zoogesellschaftshaus. Die Stadt Frankfurt verabschiedete am Dienstag Zoodirektor Miguel Casares, der aus familiären Gründen in seine spanische Heimat zurückkehrt. Drei Jahre hat Casares den Zoo geleitet, nachdem er zuvor bereits in den neunziger Jahren als Praktikant und später als stellvertretender Direktor tätig war. „Wir müssen Sie als Zoodirektor verabschieden, aber die Zeit, die Sie als Zoodirektor gewirkt haben, werden wir nicht vergessen“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Das Stadtoberhaupt bedauerte, dass Casares eine Aufgabe beende, die er „mit viel Leidenschaft und sogar Übereinsatz erfüllt“ habe.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Leidenschaft legte Casares auch in seiner Abschiedsrede an den Tag. Er erinnerte, wie schon im F.A.Z.-Interview vor wenigen Tagen, an den Einfluss, den ein Zoo auf seine Besucher und deren Verhältnis zu Natur- und Artenschutz habe. „Wir erreichen jeden Tag tausende Menschen und wecken deren Interesse am Erhalt der Natur“, sagte Casares. Vor allem aber hinterließ er der Stadtpolitik die Mahnung, dass sie dringend Geld in die Hand nehmen müsse. „Einige hoffnungslos veraltete Anlagen müssen dringend erneuert werden. Viele sind marode und entsprechen nicht mehr dem Niveau anderer Zoos“, sagte Casares und bediente sich eines Bildes aus dem in seiner Heimat so traditionsreichen Stierkampf: „In Spanien sagen wir: Man muss den Stier bei den Hörnern packen, sonst überwältigt einen der Stier.“

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