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Casa San Antonio Frankfurt : Gestrandet wider Willen

Heimat auf Zeit: Joyce stammt aus Sierra Leone. Sie wohnt seit November 2020 mit ihrer Familie in der Casa San Antonio. Bild: Frank Röth

In der Casa San Antonio kommen Ausländer unter, die in Deutschland arbeiten wollen. Normalerweise leben sie hier nur einige Monate – doch Corona vereitelt ihre Pläne.

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          Freetown und Frankfurt trennen mehr als fünftausend Kilometer Luftlinie – und auch sonst Welten. Doch Joyce fühlt sich im kühleren Deutschland wohl. Die Mittdreißigerin aus der Hauptstadt des westafrikanischen Sierra Leone ist mit ihrer Familie, dem Freund und den beiden Kindern im November 2020 in das alte Pfarrhaus von Sankt Antonius in Rödelheim eingezogen. Sie lächelt und füllt die Küche mit einer Wärme aus, als würde sie hier schon ewig wohnen. In der Gemeinschaftsküche, gleich neben dem Zimmer, in dem die Familie lebt, hantiert sie mit Töpfen und kocht für den vierzehnjährigen Kevin und die neunährige Isabella, die in Frankfurt zur Schule gehen. Ihr Freund kommt gerade aus dem Bad über den Flur, er bleibt etwas auf Abstand angesichts des Reporters, der plötzlich in der Küche steht. „We feel like home“, wir fühlen uns wie zu Hause, sagt Joyce.

          Martin Benninghoff
          (mben.), Rhein-Main-Zeitung

          Deutsch spricht sie noch nicht, aber sie will es lernen – und in Deutschland bleiben. Ihre Heimat, das frühere Bürgerkriegsland Sierra Leone, gehört zu den ärmsten Staaten der Welt, auch wenn sich die Situation dort in den vergangenen Jahren etwas gebessert hat.

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