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Wettbewerb für Neubauten : Bundesbank-Campus soll sich nach außen öffnen

Der Siegerentwurf des Wettbewerbs sieht im Norden drei scheibenförmige Neubauten vor. Bild: Ferdinand Heide Architekten

Auf dem Gelände der Bundesbank sollen drei weitere Gebäude entstehen. Die Stadt Frankfurt legt nun die Vorgaben für die Planer fest.

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          Die Pläne zur Erweiterung der Bundesbank-Zentrale sollen in einem Architektenwettbewerb konkretisiert werden. Wie der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann berichteten, haben sie ein entsprechendes Papier unterzeichnet, das auf der Grundlage des von dem Büro Ferdinand Heide Architekten entwickelten städtebaulichen Konzepts die Vorgaben für die Planer festlegt. „Auf Grundlage des überarbeiteten Gestaltungskonzepts können nun alle weiteren Planungsschritte erfolgen, ohne dass das geltende Planungsrecht geändert werden muss – etwa hinsichtlich der Gebäudehöhen oder der Position der Gebäude auf dem Grundstück“, sagte Josef.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Konzept, das schon im Frühjahr vorgestellt worden war, sieht vor, dass auf dem Gelände drei zusätzliche Bürogebäude entstehen, damit die etwa 5000 Mitarbeiter der Bundesbank alle an einem Standort Platz finden. Bisher ist mehr als die Hälfte der Beschäftigten an anderen Orten tätig. Während der Neubau entsteht, soll auch das Hauptgebäude, dessen Grundstein 1967 gelegt wurde, saniert werden. In dieser Zeit zieht die Bundesbank in ein Bürogebäude an der Mainzer Landstraße, in dem bisher eine große Anwaltskanzlei untergebracht ist. Diese kann das Gebäude aber wie berichtet nicht rechtzeitig räumen, weil ihr neues Domizil an der Junghofstraße später fertig wird. So verschiebt sich der Umzug der Bundesbank voraussichtlich bis 2021.

          „Wir haben keinen Druck“

          Zur weiteren zeitlichen Planung äußerte sich Beermann nur vage. „Wir haben keinen Druck“, sagte er, wichtig sei, dass das Ergebnis stimme. Ein europaweit ausgeschriebener Wettbewerb soll dazu beitragen. Bis zum Jahresende werde entschieden, welche 30 Büros zugelassen würden, eine Jury soll dann Mitte nächsten Jahres bis zu sechs Beiträge prämieren. Ob dann ein Büro alle Gebäude entwerfe oder ob es eine Campus-Lösung mit unterschiedlich gestalteten Gebäuden gebe, werde das Preisgericht entscheiden, dem auch der Planungsdezernent angehöre.

          Die prämierten Entwürfe werden in einer öffentlichen Ausstellung vorgestellt. Wichtig sei, so Beermann, dass ein attraktives Ensemble entstehe. Ihm wie auch Josef gehe es darum, dass sich die neue Bundesbankzentrale gut in die Umgebung einfüge. Die werde sich, wie Josef sagte, beispielsweise auch durch die Erweiterungsbauten in der Platensiedlung wandeln. Er lobte, dass das Konzept für die Neubauten viele Grünflächen vorsehe.

          1800 Tonnen Gold

          Für eine Verbindung zwischen dem stark gesicherten Geldinstitut und der Nachbarschaft sollen einige Gebäude außerhalb des Sicherheitszauns sorgen. In Flachbauten an der Wilhelm-Epstein-Straße soll es unter anderem Sportangebote für die Mitarbeiter geben. Wie Guido Müller von der Bundesbank sagte, kann man sich vorstellen, dort Räume zu schaffen, die an eine Bäckerei und einen Paketshop vermietet würden. Auch das Gebäude des Geldmuseums soll außerhalb des Zauns bleiben, der unter anderem die auf dem Gelände gelagerten 1800 Tonnen Gold schützt. Diese sollen während der Bauphase nicht ausgelagert werden.

          Beermann bekräftigte den Wunsch an die Stadt, das Bank-Areal möge besser an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Josef nahm das wohlwollend auf und sagte, auch die Erweiterung der Platensiedlung und die Überlegungen zur neuerlichen öffentlichen Nutzung des Fernmeldeturms seien Argumente für einen Ausbau der U-Bahn-Linie 4.

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