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CO2-neutraler Rohbau : Ein Bürohaus aus Fichtenstämmen

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Das erste Frankfurter Bürogebäude nach Holz-Hybrid Bauweise: das Projekt Timber Pioneer Bild: Bloomimages

Im Frankfurter Europaviertel entsteht mit dem „Timber Pioneer“ das erste Bürogebäude der Stadt in Holz-Hybrid-Bauweise. Dabei kommen 1500 Kubikmeter Fichtenholz zum Einsatz.

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          Der Name ist Programm: Timber Pioneer nennen die Bauherren UBM Development und Paulus Immobilien ihr Bürogebäude, das von April an im Europaviertel in die Höhe wachsen soll. Als erstes Bürohaus in der Mainmetropole soll es in Holz-Hybrid-Bauweise entstehen. Das bedeutet, dass die Baumaterialien Holz, Stahl und Beton miteinander kombiniert werden. Die tragenden Elemente wie Stützen und Unterzüge sind aus Holz; aus Brandschutzgründen werden darauf aber noch Betonplatten gelegt. Besonders von innen wird man die Holzbauweise nach der für das zweite Quartal 2023 geplanten Fertigstellung gut erkennen können. Die Holzoberflächen sollen für ein angenehmes Raumklima sorgen.

          Insgesamt kommen in dem achtgeschossigen Gebäude 1.500 Kubikmeter Fichtenholz zum Einsatz. Nach Angaben der Bauherren kann durch den ressourcenschonenden Materialeinsatz der Rohbau CO₂-neutral errichtet werden. Der Timber Pioneer entsteht neben dem F.A.Z.-Tower an der Europaallee und wird außer 14.000 Quadratmeter Bürofläche in den sieben Obergeschossen im Erdgeschoss auch Platz für Einzelhandel bieten, der möglicherweise von einem Supermarkt genutzt wird. Ursprünglich sollte das von Eike Becker Architekten entworfene Gebäude ein Hotel sein. Wegen der Corona-Pandemie entschieden sich die Bauherren jedoch, diese Pläne fallen zu lassen, und ließen das Projekt umplanen. Daher wurde ein neuer Bauantrag nötig, der inzwischen auch genehmigt ist. Mit der Ausführung wurde das österreichischen Unternehmen Wiehag beauftragt, das die Bauherren als „einen der Weltmarktführer im Ingenieur-Holzbau“ bezeichnen. „Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz. Das wird für Investoren immer bedeutsamer“, meint Wiehag-Geschäftsführer Erich Wiesner und zitiert den ehemaligen Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Hans Joachim Schellnhuber mit dem Satz: „Wir können uns mit Holz aus der Klimakrise herausbauen.“

          UBM Development will nach eigenen Angaben europäischer Marktführer bei der Entwicklung von Holzbauten werden. Sechs Prozent der weltweiten CO2-Emissionen entstünden durch die Produktion von Beton und Stahl für den Hochbau, das entspreche der Menge, die im gesamten Flug-, Schiffs- und Bahnverkehr ausgestoßen werde. Wenn Beton und Stahl zumindest teilweise durch Holz ersetzt würden, könne man den CO2-Fußabdruck bei der Errichtung von Gebäuden reduzieren.

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