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Bücherstand in Flammen : Vermutlich wieder Brandstiftung in Bockenheim

Überreste: Ein Feuer hat das Lager des Buchhändlers zerstört. Bild: Lucas Bäuml

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ist das Lager des bekannten Bücherstandes am Campus Bockenheim abgebrannt. Auch in diesem Fall geht die Frankfurter Feuerwehr von Brandstiftung aus.

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          Paul, da sind sich die Männer auf dem Campus der Goethe-Universität im Frankfurter Stadtteil Bockenheim sicher, wird heute nicht mehr kommen. Seinen Bücherstand, der seit Ewigkeiten schon am Durchgang zwischen Bockenheimer Warte und dem Campusgelände zu finden ist, macht er an diesem Montagmittag nicht mehr auf. „Der muss das erst mal verkraften“, sagt einer der Männer und blickt auf die verkohlten Bücher, die Reste der Bananenkisten, die zerbrochenen DVDs, das Chaos, den ganzen Unrat. „So etwas hier zu sehen, das tut weh, ich hab’ echt die Nase voll heute“, schnauft er. Ob er weiß, wie man den Antiquar, dessen Lager nun zerstört wurde, kontaktieren könne? „Nein“, sagt der Mann. „Den Paul erreichst du nicht, der hat doch kein Handy.“

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Samstagabend hat es auf dem Campus gebrannt. Zehn Meter hoch standen die Flammen zwischen dem Labsaal, der schon lange leer stehenden alten Uni-Mensa, und dem Juridicum, dem Betonklotz an der Senckenberganlage. 20 Tonnen Bücher sind zerstört worden, sagt die Feuerwehr. Ganz so viel wird es wohl doch nicht gewesen sein, sagen die Männer. Der stechende Brandgeruch ist noch immer intensiv, auch am zweiten Tag nach dem Feuer. Die Polizei geht davon aus, dass ein Brandstifter dafür verantwortlich war.

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