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Buchmesse : Die beste Party in der Stadt

  • -Aktualisiert am

„Best party in town” bei Bernd Lunkewitz Bild: picture-alliance/ dpa

In der klassizistischen Villa des Aufbau-Verlegers Bernd Lunkewitz erfährt der Buchmesse-Gast so alles mögliche. Klatsch und Tratsch gehören einfach zur Buchmesse dazu.

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          „Best party in town“, sagen Kenner. Glücklich schätzen sich jene, die eine Einladung zum Buchmesse-Empfang von Aufbau-Verleger Bernd Lunkewitz erreicht hat. „Aus Sicherheitsgründen erhalten Sie nach erfolgter Zusage eine Einlaßkarte“, wird lapidar mitgeteilt. Die gilt freilich nur für eine Person. Doch würden Lunkewitz und seine Frau Stephanie natürlich niemanden zurückweisen, der unangemeldet seine Gattin oder seine Buchmesse-Freundin mitbringen würde.

          Denn sie sind die großzügigsten Gastgeber, die man sich wünschen kann. Öffnen ihre legendäre neoklassizistische Hütte an der Mörfelder Landstraße unbekümmert ihren Gästen, haben keine Angst um ihre Gerhard-Richter-Gemälde oder die teuren Ledersessel in der Bibliothek - und sie sorgen dafür, daß die Teller und Gläser immer gefüllt sind. Noch ein Schluck Rotwein? „Nein, schmeckt zwar köstlich, aber ich betrinke mich erst später“, entschuldigt sich ein Vertriebsleiter.

          Geschichten von Gernhardt

          Was hat eigentlich Claudia Roth mit der Buchmesse zu tun? Ach so, sie ist unter die Autoren gegangen. „Das Politische ist privat. Erinnerungen an die Zukunft“ heißt ihr Buch, und ihr Verleger Lunkewitz legt es allen ans Herz. Oder doch lieber „Der Gott von Bombay“? An die 800 Seiten, eine Menge Holz. Liest sich an einem Nachmittag, versichert der Gastgeber. Irgendwo unter den Anwesenden muß auch der Verfasser dieses Riesenwerks, von dem im nun erschienenen ersten Band nur die Hälfte Platz gefunden hat, sein. Dort, an dem Tisch, da sitzt Vikram Chandra, behauptet ein Bekannter. Oder ist es doch nur der Agent von Vikram Chandra?

          Was man so alles erfährt bei einer Lunkewitz-Party! Peter Knorr, der letzte Platzhirsch der „Neuen Frankfurter Schule“, hat nach Jahrzehnten des Zögerns die Herausgeberschaft des Satire-Magazins „Titanic“ abgegeben. „Na endlich, Pit“, hören wir Robert Gernhardt von seinem Platz links neben dem lieben Gott herunterlachen. Ach ja, Gernhardt. Vergangenes Jahr erzählte er hier in der Bibliothek noch eine Geschichte zum Loslachen.

          Whiskey-Seminare von Schobert

          Erinnert sich noch jemand an Walter Schobert, den ersten Direktor des Frankfurter Filmmuseums? Der veranstaltet weiterhin Whiskey-Seminare. Jetzt allerdings als Pensionär und nicht mehr während der Dienstzeit. Klatsch und Tratsch, sie gehören einfach zur Buchmesse dazu.

          Einer fehlt. Hilmar Hoffmann. Taucht zu vorgerückter Stunde dann doch noch auf. War vorher beim Empfang bei Renate von Metzler. Jetzt, da er ein Buch über Frankfurts starke Frauen schreibt, reißen sich die Damen um ihn. Lunkewitz freut sich nicht nur darüber, daß der Statthalter Goethes auf Erden den Weg doch noch gefunden hat. Er freut sich auch, daß nach der Flaute im ersten Halbjahr das Buchgeschäft wieder angesprungen ist. Er freut sich zudem, daß die Lautsprecheranlage in diesem Jahr funktioniert und die Gäste seine frohe Botschaft gut verstehen, die beim letztenmal leider im Trubel untergegangen war: daß er nämlich im Sommer 2005 geheiratet hat und, noch wichtiger, daß er Vater einer Tochter geworden ist. Hannah hat von alledem nichts mitbekommen, ein Stockwerk höher hat sie selig geschlafen.

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