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Bluttat von Sossenheim : Lebenslange Haft für Mord an Gemüsehändler

  • Aktualisiert am

Blick auf den Tatort vor dem Supermarkt Bild: dpa

Wegen Mordes an einem Geschäftsmann soll ein Gemüsehändler aus Frankfurt lebenslang hinter Gitter. Der 45 Jahre alte Mann hat nach Überzeugung des Landgerichts Frankfurt im Februar in Sossenheim sein arg- und wehrloses Opfer erschossen.

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          Für den Mord an einem Geschäftspartner ist ein Lebensmittel- und Gemüsehändler zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt sah in seinem Urteil das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Der 45 Jahre alte Mann hatte den acht Jahre jüngeren Teilhaber des Lebensmittelmarktes in Frankfurt-Sossenheim am Morgen des 15. Februar dieses Jahres auf dem Hof erschossen.

          Hintergrund war ein Zerwürfnis der beiden Geschäftsleute über finanzielle Dinge. Beim Strafmaß hielt sich die Schwurgerichtskammer an den Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie sprach der Familie des Opfers noch ein Schmerzensgeld von 2000 Euro zu.

          „Keinerlei Vorkehrungen gegen möglichen Angriff getroffen“

          Auch wenn die beiden Augenzeugen des Vorfalles vor Gericht möglicherweise die Unwahrheit gesagt hätten, sei das Gericht doch zu dem Schluss gekommen, dass ein heimtückischer Mord vorliege, sagte Vorsitzender Richter Klaus Drescher im Urteil. „Für die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers spricht unter anderem, dass er gemeinsam mit seiner Tochter auf den Hof gefahren war und keinerlei Vorkehrungen gegen einen möglichen Angriff getroffen hatte.“

          Kurz nach der Ankunft und der Öffnung des Marktes sei der Angeklagte auf den Hof gekommen und hatte nach einem kurzen Wortwechsel das Feuer auf seinen Kontrahenten eröffnet. Der starb schließlich an zwei Schüssen in den Rücken.

          Täter sah sich vor Bluttat unter Druck gesetzt

          „Wir sehen keinerlei Gründe, hier von einer lebenslangen Haft abzurücken“, hieß es im Urteil. Insbesondere gebe es laut eines medizinischen Gutachtens keine Anhaltspunkte für eine eingeschränkte oder sogar ausgeschlossene Steuerungsfähigkeit. Der Angeklagte hatte im gesamten Verlauf des Prozesses geschwiegen. Beim Gutachter aber hatte er behauptet, von dem Geschäftspartner massiv unter Druck gesetzt worden zu sein. „Das alles rechtfertigt es aber nicht, ihn über den Haufen zu schießen“, so Drescher.

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