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Thumb Chucks : Blinkende Kugeln tanzen lassen

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Alles kommt wieder: die Thumb Chucks hießen früher Klick-Klack-Kugeln Bild: Helmut Fricke

Klick-Klack-Kugeln waren vor rund 50 Jahren der Renner auf den Pausenhöfen und wurden schließlich verboten. Nun kommen sie in neuer Form wieder – fast geräuschlos.

          Lautes Klackern und schmerzende Finger. Jeder hatte sie, die Klick-Klack-Kugeln waren in den Jahren um 1971 bei Kindern und Jugendlichen so beliebt wie hier zuletzt Fidget Spinner oder Spiel Schleim, den gab es damals auch schon mal. Wie in der Mode kommen auch Spielsachen immer mal wieder in neuen Formen.

          Ravensburger hat nun das Kugel-Spielzeug in einer modernisierten Form auf den Markt gebracht unter dem Namen „Thumb Chucks“, was mit „Daumenschmeißer“ übersetzt werden könnte. Es besteht wie der Vorgänger aus zwei Kugeln, die mit einer Schnur verbunden sind. Einen Ring, der damals zum Festhalten gedacht war, gibt es jedoch nicht mehr. Und das Material der Kugeln ist auch anders. Die Kugeln der „Thumb Chucks“ bestehen aus Gummi, während die der Klick-Klack-Kugeln aus Holz oder Kunststoff waren, die beim Zusammenprallen das laute Klacken verursachten. Die neuen Kugeln hingegen bleiben beim Aneinanderstoßen still. Dafür blinken sie durch eingebaute LED-Lichter.

          Drei Schwierigkeitsstufen

          Doch beide Spielzeuge haben das gleiche Ziel: Geschicklichkeit mit Spaß zu verbinden. In der neuen Version, geht es nicht nur darum, sie aneinanderstoßen und schließlich nach oben und unten schwingen zu lassen, sondern es gibt eine Vielzahl von Bewegungen, mit denen man die Kugeln um die Finger tanzen lässt. Ravensburger hat für das Erlernen neuer Tricks eine App für das Smartphone entwickelt. Die enthält Erklärvideos in drei Schwierigkeitsstufen.

          Die früheren Klick-Klack-Kugeln lösten aber nicht nur Begeisterung aus. An vielen Schulen wurde das Spielzeug verboten, weil sich Kinder mit den harten schwingenden Kugeln verletzt hatten. Und auch das laute Klack-Geräusch nervte viele Erwachsene. Beides gibt es bei der neuen Version nicht.

          „Mit ihren Tricks austauschen“

          Birgit Harms, Schulleiterin der Brüder-Grimm-Schule, sagt auf Anfrage, sie glaube nicht das sie die „Thumb Chucks“ verbieten müsse. Sie finde sie sogar recht gut. „Sie fördern die Feinmotorik“, sagt Harms. Sie habe Schülern mit Konzentrationsschwierigkeiten schon öfter Fingerspiele in die Hand gedrückt, und das habe gut funktioniert. Außerdem sei solch ein Spielzeug gut geeignet für die Pause. „Die Kinder können sich mit ihren Tricks austauschen“, sagt sie. Bei anderen Trendspielsachen wie beispielsweise dem Fidget Spinner sei das anders. Die Spinner seien schnell kaputtgegangen, und die scharfen Metallstücke hätten zu Verletzungen geführt. Das einzige Problem, das Harms sieht, ist das Leuchten der Kugeln. „Das könnte vor allem im Unterricht stören.“ Eine Gruppe von Elfjährigen, die das neue Spielzeug testet, ist jedenfalls begeistert von den leuchtenden Farben und beginnt gleich, die „Thumb Chucks“ wild herumzuwirbeln.

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