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Mitten in Frankfurt : Der Biber ist zurück

Nagewerk: Auf der Maininsel an der Alten Brücke in Frankfurt hat ein Biber seine unverkennbaren Spuren hinterlassen. Bild: Francois Klein

Die Nager waren in Hessen einst ausgerottet – dann wurden im Spessart wieder einige Biber angesiedelt. Jetzt werden sie sogar in der Großstadt heimisch. Was steckt dahinter?

          3 Min.

          Man weiß, was Biber tun. Wer dieser Tage am südlichen Mainufer in Frankfurt unterwegs ist, staunt dennoch, was er mitten in der Stadt auf der Maininsel in der Nähe der Alten Brücke sieht: einen Baum, der halb ins Wasser ragt, halb auf der Insel liegt. Am Stamm weist die Erle die Bissspuren eines Bibers auf, der in der typischen Sanduhrtechnik den Baum gefällt hat. „Das erstaunt mich nicht“, sagt Manfred Sattler. Seit fünf Jahren beobachtet der Biber-Fachmann des Darmstädter Regierungspräsidiums, dass sich „Castor“, so der wissenschaftliche Name des Tiers, am Frankfurter Mainufer wieder heimisch fühlt.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anfangs habe er Spuren einzelner Tiere gefunden, manche von ihnen seien sicherlich nur durchgezogen. Mittlerweile gebe es jedoch zwei feste Reviere: eines am Fechenheimer Mainbogen, eines, nicht weit von der Maininsel entfernt, am Osthafen an der Franziusstraße. Mitunter, so Sattler, könne man die Spuren der Tiere auch am gegenüberliegenden Ufer in Höhe der Gerbermühle beobachten. Die Nager schwimmen vom Osthafen einfach über den Main. Ob einer von ihnen auch für die Erle auf der Maininsel verantwortlich ist, vermag Sattler nicht zu sagen. Denn es seien noch mehr Biber im Main unterwegs. Ihm seien bereits weitere Spuren am Main in Schwanheim gemeldet worden. „Das geht jetzt Schlag auf Schlag“, sagt er. „Wir sollten uns freuen, dass der neue, alte Bekannte zurückgekehrt ist.“

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