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BFF und BIG : Das ungleiche Paar erklärt sich

Fraktionspartner: Ingeborg Leineweber, Mathias Mund, Haluk Yildiz bei der Pressekonferenz am Mittwoch Bild: Martin Benninghoff

Die rechtskonservative BFF und die Migrantenpartei BIG kooperieren im Frankfurter Stadtparlament unter dem Namen „BFF-BIG-Fraktion im Römer“. Wächst da etwa zusammen, was zusammengehört?

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          Es war eine Überraschung, als die Wählergruppe BFF (Bürger Für Frankfurt) und die BIG Partei (Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit) vor Ostern ankündigten, in der künftigen Stadtverordnetenversammlung eine gemeinsame Fraktion bilden zu wollen. Mit der Unterzeichnung des Fraktionsvertrages und der konstituierenden Fraktionssitzung hat die neue „BFF-BIG-Fraktion im Römer“, wie sie nun heißt, ihre Arbeit aufgenommen. BFF-Chef Mathias Mund, der sich nach dem Verlust des Fraktionsstatus infolge des verschlechterten Kommunalwahlergebnisses schon arbeitslos gemeldet hatte, ist zum ersten Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Sein Stellvertreter wird Haluk Yildiz, Bundesvorsitzender der BIG Partei. Er soll am 1. April 2024 den Fraktionsvorsitz übernehmen, zumindest nach Lage der Dinge – er ist der einzige Stadtverordnete von BIG.

          Martin Benninghoff

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zusammenarbeit dieser ungleichen Gruppierung ist so erklärungsbedürftig, dass Mund, Yildiz und Ingeborg Leineweber, die als dritte Stadtverordnete die Fraktion komplettiert, am Mittwoch eine Pressekonferenz abhielten. Auch Wolfgang Hübner, früherer Stadtverordneter und prägende Gestalt der BFF, kam dazu. „Na klar, das hat mich auch überrascht“, sagte er, auf die Kooperation angesprochen. Bei der Konferenz waren alle Augen auf die beiden aktuellen Frontmänner Mund und Yildiz gerichtet, die – oberflächlich betrachtet – aus unterschiedlichen politischen Lagern kommen: Mund führt die BFF, die sich politisch rechts der CDU verortet, in der Vergangenheit mit migrations- und islamkritischen Äußerungen aufgefallen war, sich zuletzt aber deutlich in Richtung Mitte orientierte. „Die BFF ist nicht mehr die gleiche Gruppe wie vor fünf oder zehn Jahren“, sagte Mund. Yildiz wiederum, der vor rund einem halben Jahr nach Frankfurt gezogen ist, nachdem er elf Jahre lang im Bonner Stadtrat gesessen hatte, kämpft mit seiner bundesweiten Kleinpartei unter anderem gegen die Diskriminierung von Migranten. Ist das ungleiche Paar eine reine Zweckgemeinschaft, nachdem die Gespräche der BFF mit den Freien Wählern gescheitert waren – und BIG einen Partner suchte? Oder eine politische Ehe aus Überzeugung?

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