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Frankfurter Bevölkerung : Im Corona-Jahr kaum mehr Tote als sonst

Leer: Auf dem Römerberg waren im Corona-Jahr weniger Hochzeitsgäste als 2019 zu sehen. Bild: dpa

In Frankfurt sind die Sterbezahlen im vergangenen Jahr kaum gestiegen. Im Corona-Jahr sind viele Babys auf die Welt gekommen, aber nur wenige Ehen geschlossen worden. Das zeigt die Bevölkerungsstatistik des Standesamts.

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          Die Pandemie hat sich bisher offenbar kaum auf die Sterbezahlen in Frankfurt ausgewirkt. Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Standesamts zeigen: Gestorben sind in Frankfurt im von Corona bestimmten Jahr nur 60 Menschen mehr als 2019, insgesamt waren es 7596 Sterbefälle. Ein knappes Drittel der Verstorbenen stammte allerdings aus dem Frankfurter Umland; ob es sich dabei vor allem um Menschen handelt, die mit einer Corona-Infektion in einer Frankfurter Klinik starben, kann das Standesamt nicht sagen. Es scheint aber, als habe selbst die zweite Welle der Infektionen nicht zu einer stark erhöhten Sterblichkeit in der Stadt geführt. Die Zahlen des Standesamts umfassen nämlich auch alle Sterbefälle im Dezember.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch andere Kennzahlen, die das Standesamt erhebt, wurden von der Krise offenbar nicht tangiert. So sind mehr als 8000 neue Frankfurter im vergangenen Jahr geboren worden. Die Pandemie hat sich damit statistisch gesehen nicht auf die Geburten ausgewirkt. Wie schon 2019 beurkundeten die Beamten im Corona-Jahr 2020 mehr als 12.000 Geburten – allerdings wohnten gut 4800 Mütter im Umland und waren nur zur Geburt in eine Klinik oder ein Geburtshaus in Hessens größte Stadt gekommen. Von den 12.913 Geborenen waren 52 Prozent Jungen und 48 Prozent Mädchen, wie es in der Statistik heißt.

          Die Zahl der Bürger wuchs auch unter den Älteren: Laut Standesamt stellten gut 3300 Menschen einen Antrag auf Einbürgerung. 2624 Anträgen wurde stattgegeben, etwas weniger als 2019. Ob es hier Auswirkungen der Corona-Krise gab, ist unklar.

          Weniger Eheschließungen im Pandemie-Jahr

          Auf die Zahl der Eheschließungen nahm die Pandemie dagegen Einfluss: Es wurde 2020 seltener geheiratet als im Vorjahr. Sowohl die Zahl der Anmeldungen zur Eheschließung (2020 waren es 3957, gegenüber 4326 Anmeldungen im Jahr 2019) als auch die Zahl der geschlossenen Ehen sank (2700 im Vergleich zu 3068 im Jahr 2019). Im vergangenen Jahr hätten sich offenbar viele Paare entschieden, mit der Trauung bis nach der Pandemie zu warten, wenn wieder Feiern ohne Beschränkungen möglich seien, vermutet Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), die für das Standesamt zuständig ist. Dass die Zahl der Trauungen geringer ist als die Zahl der Anmeldungen zur Eheschließung, sei dagegen normal. Denn standesamtlich heiraten könne man auch im Urlaub oder am Heimatort der Brautleute.

          Wer in Frankfurt heiratete, wählte dafür meist den Römer: Er ist der beliebteste Ort für Trauungen in der Stadt. 1974 Ehen wurden im vergangenen Jahr dort geschlossen. Im Bolongaropalast in Höchst heirateten 638 Paare, im Palmengarten waren es 81.

          Birkenfeld teilt mit, dass die Standesbeamten mit der Beratung der Brautpaare und Umplanungen stark beschäftigt gewesen seien, vor allem durch die häufigen Änderungen der Vorgaben während der Corona-Pandemie. So waren anfangs faktisch keine Gäste erlaubt, im Sommer lockerten sich die Regeln etwas. „Es wurde aber von Seiten des Standesamtes auch während des harten Lockdowns kein einziger Trautermin abgesagt“, hebt Birkenfeld hervor.

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