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Chronisch krank im Unterleib : Jeden Monat zwei Wochen voller Schmerzen

  • -Aktualisiert am

Lebensfrohe Patientin: Daniela Schneider will anderen Betroffenen Mut machen. Bild: Simone Prinz

Schmerzen im Bauch und Becken: Über Erkrankungen des Unterleibs wird kaum gesprochen. Doch zehntausende Frauen seien in Deutschland von der Krankheit Endometriose betroffen, schätzt ein Frankfurter Chefarzt.

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          Ein stechender Schmerz durchzieht ihren Unterleib. Es folgt ein Druck- und Engegefühl im Brustkorb. Ihre Lunge brenne regelrecht beim Luftholen, sagt Daniela Schneider. Ihr Atmen wird hektisch, das Herz rast, eine Hitzewelle erfasst sie, und ihr wird schwindlig. Anschließend ist sie erschöpft – für Tage. Zwei Wochen dauern die Beschwerden, die der 32 Jahre alten Frau aus Friedberg den Alltag erschweren. Jeden Monat zwei Wochen voller Schmerzen. Sie begleiten Daniela Schneider, die ihren richtigen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen will, seit 20 Jahren – es begann, als sie zwölf war. Doch erst vor kurzem konnten Ärzte ihr eine Diagnose geben. Wie 15 Prozent der weiblichen Bevölkerung Deutschlands leidet sie an Endometriose.

          Bei der Erkrankung wuchern Zellen der Gebärmutterschleimhaut im Körper an Stellen, an die sie nicht hingehören. Am häufigsten in Bauch und Becken, vor allem an den Eierstöcken und Eileitern sowie in tieferen Wandschichten der Gebärmutter. Die versprengten Zellen verhalten sich auch dort wie Gebärmutterschleimhaut. Das heißt, sie schwellen während der Periode unter dem Einfluss der weiblichen Hormone an und bluten. Die wiederkehrenden Blutansammlungen außerhalb der Gebärmutter verursachen Reizungen und Entzündungen. Langfristig können durch das metastasierende Gewebe Verwachsungen entstehen und im schlimmsten Fall Organe versagen. Krämpfe, vergleichbar mit Geburtswehen, vor allem bei der Regelblutung sind eine häufige Folge und ein wichtiges Anzeichen für Endometriose.

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