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Baumsterben durch Klimawandel : Der Wald der Zukunft

Sieht fast aus wie ein Laserschwert: Vera Holland (rechts) misst mit ihrer Assistentin den Lichteinfall. Bild: Helmut Fricke

Viele Bäume haben die trockenen Sommer nicht überlebt, mancher spricht daher schon von einem Waldsterben. Vera Holland sucht nach einer Lösung – und hat sie vielleicht schon gefunden.

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          Vera Holland stapft mit ihren Gummistiefeln über den trockenen Boden und durchstreift das Gestrüpp auf ihrem Versuchsfeld. Um sie herum wächst ein Stück Wald der Zukunft. Holland schaut auf einen Trupp. So nennt die Forscherin eine Konstellation, nach der jeweils 21 Pflanzen einer Art und Herkunft herangezüchtet werden; in diesem Fall sind es 21 kleine Flaumeichen. Den Namen hat die Baumart wegen der Härchen, die sie vor der Sonne und dem Verlust von Wasser schützen. Aus jedem der Trupps soll sich am Ende ein Baum durchsetzen, der Stärkere gewinnt. Vera Holland begutachtet die Pflanzen und ist zufrieden. Zuletzt hatte sie vor zwei Monaten im Frankfurter Stadtwald kontrolliert, wie die Pflanzen wachsen, damals waren die Blätter alle noch sehr grün. Nun verzeichnet Holland ein paar Ausfälle, aber es ist alles noch in Ordnung, kaum der Rede wert.

          Da erging es den Kiefern an der Stelle ganz anders, siebzig Prozent mussten entfernt werden. Zwei trockene Sommer in Folge, das war einfach zu viel für sie. Momentan leiden alle heimischen Baumarten. Die Flaumeichen hingegen haben überlebt; und das ist ein gutes Zeichen. Für Vera Holland und für die Zukunft des deutschen Waldes. Denn nach dem Dürresommer im vergangenen Jahr greift das Baumsterben um sich, und einige sprechen schon von einem Waldsterben.

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