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Mit Schweinen und Ziegen : Bauernhof zwischen Bürotürmen

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Traditionell: Das Motto zum Erntefest in Frankfurt Bild: dpa

Im Herzen von Frankfurt steht in diesen Tagen ein kompletter Bauernhof. Ziegen, Schafe und Schweine inklusive. Die Landwirte von Hessens größtem Bauerndorf laden zum Erntefest. Und besonders zum Frühstück.

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          Rinder, Schweine und Schafe bevölkern von diesem Donnerstag an bis Samstag den Roßmarkt und die Hauptwache. Die Tiere sollen den Städtern auf dem 36. Frankfurter Erntefest das Landleben wieder näherbringen.

          „Es ist wichtig zu erfahren, wo die Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt werden“, sagt der Vorsitzende des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins, Michael Schneller. Deshalb präsentieren sich viele Landwirte aus dem Rhein-Main-Gebiet während des Erntefests täglich von 10 bis 20 Uhr auf „Frankfurts größtem Bauernhof“ zwischen Bürotürmen und Shoppingmeile.

          Kompletter Bauernhof nachgebaut

          „Bei den Verbrauchern ist in Vergessenheit geraten, dass nicht jedes Lebensmittel zu jeder Zeit wächst und reift“, sagt Schneller. Auf einem Erntewagen wollen die Landwirte daher Produkte zeigen, die dieses Jahr in der Region geerntet wurden. Auf dem Roßmarkt wird zudem ein kompletter Bauernhof nachgebaut, auch deren Bewohner ziehen gleich mit ein. So können die Besucher sehen, wie Schweine, Ziegen, Rinder und Schafe gehalten werden. Vor allem junge Menschen will der Landwirtschaftliche Verein mit dem Erntefest in das Landleben einführen. „Jedes Jahr haben wir etwa 4000 Kinder aus Schulen und Kindergärten auf dem Fest“, sagt Roger Cromm, Geschäftsführer des Vereins und Veranstalter des Erntefests. Gerade für die Kleinen sei es eine gute Gelegenheit, mehr über Ernährung und Landwirtschaft zu lernen.

          Dieses Jahr liege der Fokus auf dem Frühstück. „Das ist immerhin die Basis für den ganzen Tag“, sagt Cromm. An vier Stationen können die Kinder gesunde und regionale Bestandteile eines Frühstücks kennenlernen und probieren. Wie wird Getreide zu Brot? Wie entsteht Honig, und wie wird aus Äpfeln Most? All das können die Kinder testen und sich ihre Erfolge in einem Frühstückspass eintragen lassen.

          Die moderne Landwirtschaft

          Auch für Erwachsene gibt es an den Ständen des Erntefests einiges zu kosten. Außer regionalem Honig, Wein, Obst und Gemüse können die Besucher auch einiges über die moderne Landwirtschaft und ihre Probleme lernen. Es wird zum Beispiel gezeigt, wie sich die Wohnungsnot in Ballungsräumen auf die Landwirtschaft auswirkt. „Alle drei Minuten wird ein Quadratmeter Land in Hessen versiegelt“, sagt Cromm. Auf diese Weise gehe wichtige Fläche für den Anbau verloren, ergänzt der Frankfurter Kreislandwirt Matthias Mehl.

          Davon abgesehen, hatten die Bauern dieses Jahr auch mit der Natur zu kämpfen. „Es war soweit ganz okay“, lautet Mehls Bilanz zur diesjährigen Ernte. Das Jahr 2019 sei für die Landwirte im Rhein-Main-Gebiet nicht ganz so schlimm gewesen wie der Hitzesommer 2018 – jedoch auch nicht viel besser. „Es hat punktuell geregnet und war punktuell extrem trocken“, sagt Mehl. „Dadurch haben wir in der Region ein sehr uneinheitliches Bild.“

          Durch den heißen Sommer des vergangenen Jahres seien die Wasserressourcen der Böden verbraucht gewesen. Im Winter habe es dann nicht genug geregnet, um die Speicher wieder aufzufüllen. Die Getreideernte liege deswegen im Rhein-Main-Gebiet nur knapp über dem Vorjahr, hessenweit sei die Ernte durchschnittlich gewesen. Nur an diesem Erntefest-Wochenende hätten die Landwirte wohl nichts dagegen, wenn der Regen ausbleibt.

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