https://www.faz.net/-gzg-usxx

Urban Entertainment Center : Baubeginn für UEC im nächsten Jahr

Das geplante Urban Entertainment Center im Europaviertel Bild: Vivico Real Estate

Das Urban Entertainment Center soll schon 2008 gebaut werden. Jahrelang schienen die Verhandlungen festgefahren, jetzt hat sich die Stadt mit dem Grundstückseigentümer und der Betreibergesellschaft des UEC geeinigt.

          3 Min.

          Mit dem Bau des Urban Entertainment Center (UEC) in Nähe des Frankfurter Messegeländes wird voraussichtlich schon im nächsten Jahr begonnen werden. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) bestätigte Informationen der F.A.Z., wonach die Stadt mit dem Grundstückseigentümer Vivico und dem Einzelhandelszentrenbetreiber ECE eine Einigung erzielt hat. Demnach nimmt die ECE von dem Wunsch nach mehr Einzelhandelsfläche Abstand.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Es bleibt bei jenen 39.500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche für den Einzelhandel, die im städtebaulichen Vertrag vorgesehen sind. Wie berichtet, hatte die ECE zwischenzeitlich auf einer Erweiterung der Einzelhandelsfläche um 30 Prozent bestanden; mit der Begründung, andernfalls rechne sich das Projekt nicht. Die Stadtverordnetenversammlung hatte eine entsprechende Änderung des städtebaulichen Vertrages im Jahr 2005 jedoch abgelehnt.

          Planerisches Konzept hat weitgehend Bestand

          Auch sonst würden die Bestimmungen des städtebaulichen Vertrags eingehalten, sagte Schwarz weiter. Damit hätten Vivico und ECE Baurecht. Er rechne damit, dass die ECE demnächst den Bauantrag stelle, der dann binnen drei Monaten beschieden werde. „Vivico und ECE gehen davon aus, dass sie nächstes Jahr bauen“, so der Planungsdezernent. Vivico-Sprecher Wilhelm Brandt sagte auf Anfrage nur, dass man mit der Stadt über Details der Planungen rede. Wie zu hören ist, hat das planerische Konzept von 2004 in seinen Grundzügen weiterhin Bestand. Der Frankfurter Architekt Jochem Jourdan hatte damals einen elliptisch geformten Komplex vorgeschlagen.

          Die Planungen für das UEC wichen in einem einzigen Punkt von dem städtebaulichen Vertrag ab, äußerte der Planungsdezernent: Die vorgesehenen Wohnungen sollten jetzt nicht in dem Gebäudekomplex selbst, sondern auf Grundstücken an der Europaallee errichtet werden. Er werde die dafür nötige Befreiung vom Bebauungsplan aussprechen, zumal insgesamt mehr Wohnraum entstehe, als vertraglich festgeschrieben sei, so Schwarz.

          Der Planungsdezernent hob hervor, dass die Betreiber des Einkaufszentrums sogar mehr Unterhaltungsflächen bieten wollten als vertraglich vorgesehen. Es werde ein großes Kino geben, zudem seien im Einkaufszentrum selbst größere Flächen für Entertainment-Angebote vorgesehen. Ein Kulturangebot gehobener Art ist dem Vernehmen nach derzeit aber nicht vorgesehen, von einem Planetarium ist keine Rede mehr. Schwarz sagte, Vivico und ECE suchten noch nach einer entsprechenden Attraktion und seien für neue Angebote offen. Der Planungsdezernent wies darauf hin, dass im städtebaulichen Vertrag nicht festgelegt sei, welche Unterhaltungsangebote gemacht werden müssten.

          Sorge um den Einzelhandel in der Innenstadt

          Der Planungsdezernent bestätigte, dass die Einigung mit Vivico und ECE noch mit den Fraktionen von CDU und Grünen besprochen werden solle. Da frühere Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zu dem Projekt nicht geändert werden müssten, gehe es aber nur um Information: „Die Abstimmung mit den Fraktionen betreibe ich politisch-kollegial und nicht aufgrund rechtlicher Verpflichtung.“

          In beiden Fraktionen gibt es bis heute erhebliche Vorbehalte gegen das UEC, auch wenn sich die CDU offiziell hinter das Projekt gestellt hat. Einzelne führende Stadtverordnete der Union hatten immer wieder die Sorge formuliert, dass der Einzelhandel in der Innenstadt und in den westlichen Stadtteilen unter der neuen Konkurrenz leiden werde.

          Die Grünen haben sich wiederholt unzufrieden über das Konzept geäußert. Sie vermissten die überregionale Ausstrahlung, die als Zielvorgabe noch im Jahr 1999 in einem sogenannten Objektblatt festgelegt worden war. Es handele sich um ein abgeschottetes Einkaufszentrum mit Autobahnanschluss, wurde moniert. Das UEC sei zu wenig in das geplante Europaviertel eingebunden, das Entertainment-Angebot phantasielos.

          Finanzierung für den Bau des UEC

          Auf Betreiben der Grünen war denn auch vor einem Jahr im schwarz-grünen Koalitionsvertrag festgeschrieben worden, dass die von der ECE gewünschte Erweiterung der Einkaufsfläche nicht genehmigt werde. Da diese nun aber nicht mehr gefordert wird, haben die Planungspolitiker auch kein Druckmittel mehr, um im Gegenzug von Vivico und ECE bestimmte hochwertige Attraktionen einzufordern. Wie aus dem Römer zu hören ist, haben die Magistratsmitglieder der Grünen dem Bauvorhaben schon zugestimmt. Auch die beiden Fraktionsvorsitzenden Markus Frank (CDU) und Olaf Cunitz (Die Grünen) sind eingeweiht.

          Nicht zu klären war, ob es schon eine Finanzierung für den Bau des UEC gibt. In der Immobilienbranche heißt es jedoch, dass es angesichts der derzeitigen Nachfrage nach gewerblichen Immobilien keine Schwierigkeit sein dürfte, das Objekt zu einem sehr attraktiven Preis auf dem Markt zu plazieren. Die Prominenz des Betreibers ECE dürfte ein Übriges tun. Im März 2005 hatte Planungsdezernent Schwarz die Fraktionen des damaligen Viererbündnisses in einem vertraulichen Schreiben darüber informiert, dass sich ECE und Vivico als Investoren mit 40 Prozent Eigenkapital an dem Projekt beteiligen wollten.

          Weitere Themen

          Börsenglocke zum Geburtstag Video-Seite öffnen

          F.A.Z. wird 70 : Börsenglocke zum Geburtstag

          Nein, die F.A.Z. geht nicht an die Börse. Dass Werner D'Inka, seine Mit-Herausgeber und die Geschäftsführer die Eröffnungsglocke auf dem Frankfurter Parkett läuten durften, war ein Geschenk der Deutschen Börse zum 70. Geburtstag.

          Topmeldungen

          Altersvorsorge : Rentenpolitik ohne Kompass

          Die Koalition lobt die Grundrente als einen „sozialpolitischen Meilenstein“. Die Wahrheit ist: Die Grundrente wird weder das Vertrauen in den Generationenvertrag stärken, noch taugt sie als Konzept gegen Altersarmut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.