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Bargeldspürhund am Flughafen : „Dina“ hat einen Riecher für Moneten

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Hat einen Riecher für Monaten: Bargeldspürhund „Dina” Bild: dpa

Ein paar 500-Euro-Scheine interessieren „Dina“ nicht. Die Hündin sucht am Frankfurter Flughafen nach den ganz großen Summen. Als Bargeldspürhund soll sie Schmugglern das Handwerk legen. Das bundesweite Pilotprojekt ist erfolgversprechend gestartet.

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          Entschlossen schnüffelt Schäferhündin „Dina“ an den Abreisenden am Gate B 12 des Frankfurter Flughafens. Mal riecht sie an den Füßen, mal an der Hüfte, mal im Schritt. Plötzlich bleibt sie sitzen und starrt auf die Gürteltasche eines Mannes. Das ist das Signal für ihr Herrchen, das in dem Beutel mehrere Bündel 200- und 500-Euro-Scheine findet.

          Der Erfolg erfreut am Mittwoch nicht nur das zweieinhalb Jahre alte Tier, das mit einem Spielzeug belohnt wird. Auch der Zoll ist begeistert, denn „Dina“ ist ein bundesweites Pilotprojekt: Weil sie sich neben mutmaßliche Schmuggler ruhig hinsetzt und als Zeichen nicht bellt oder kratzt, ist sie ein sogenannter passiver Bargeldspürhund - der erste in Deutschland.

          Geruchsvermögen eine Million mal besser als das der Menschen

          „Wir gehen davon aus, dass sie Papier und Farbe riecht“, erklärt Zoll-Hundeführer Heiko, der seinen vollständigen Namen nicht in den Medien lesen möchte. „Dina“ findet große Mengen Euro- und Dollar-Scheine. Die Idee, einen Hund speziell auf Bargeld zu trainieren, hat der deutsche Zoll aus den Niederlanden, erklärt Andreas Urbaniak vom Hauptzollamt. Möglich sei das nur, weil das Geruchsvermögen von Hunden eine Million mal besser sei als das der Menschen.

          In einer Probezeit musste die Schäferhündin beweisen, dass sie über die glatten Böden am Flughafen laufen kann und ihr der Fluglärm und die vielen Passagiere nichts ausmachen. Darauf folgte die Ausbildung in einer speziellen Hundeschule bei Nürnberg und seit Ende Januar ist sie in Frankfurt im Einsatz.

          Geldwäscher zu entlarven, ist dort „Dinas“ Aufgabe. „Illegale Geldströme sollen auch im Hinblick auf Terrorismusfinanzierung lokalisiert werden“, erklärt Andreas Urbaniak vom Hauptzollamt. Eine Strafe droht auch, wenn jemand unangemeldet zu viel Geld transportiert. Die Grenze liegt in Deutschland bei 10.000 Euro.

          31 Artenschutz- und Drogenspürhunde

          Flüge in den asiatischen und arabischen Raum stehen besonders im Fokus der Fahnder. Deshalb sind Heiko und „Dina“ vorzugsweise in den entsprechenden Wartezonen vor den Starts unterwegs. Aus der Praxis berichtet der 34 Jahre alte Hundesführer: „Chinesen haben nur das Wichtigste am Körper und den Rest im Gepäck. Araber tragen meist alles bei sich.“

          Neben „Dina“ arbeiten 31 Artenschutz- und Drogenspürhunde am größten Flughafen Deutschlands. Geld zu erschnüffeln sei viel schwieriger als Drogen, sagt der Hundeführer, der für den Job lange auf einer Zoll-internen Warteliste stand (Europas erste Artenschutz-Spürhunde: Tigerhai-Gebiss und Bärenkopf erschnüffelt).

          Etwa sechs Jahre sind die Tiere im Schnitt im Einsatz, wie Urbaniak sagt. Rund 30.000 Euro kostet ihre Ausbildung. „Das lohnt sich aber.“ Und weil der Versuch mit „Dina“ so vielversprechend gestartet ist, werde sie wohl bald Kollegen auf vier Pfoten bekommen.

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