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Awo Frankfurt : Jürgen Richter stellt Strafanzeige gegen Bildungsdezernentin

  • -Aktualisiert am

Wird „kriminelle Energie“ vorgeworfen: dem ehemaligen Geschäftsführer der Awo Frankfurt, Jürgen Richter Bild: Björn Knetter

Die Frankfurter Awo soll unrechtmäßig hohe Summen von der Stadt Frankfurt bezogen haben. Im Zentrum des Skandals steht Jürgen Richter, ehemaliger Geschäftsführer der Awo. Er hat nun Strafanzeige gegen die Bildungsdezernentin gestellt.

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          Jürgen Richter, ehemaliger Geschäftsführer der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt, hat Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) gestellt und Weber aufgefordert, ihre „ungeheuerlichen Behauptungen“ zu belegen.


          Weber hatte bei einer Pressekonferenz, in der sie bilanziert hatte, in welchem Umfang die Frankfurter Awo nach Meinung Webers unrechtmäßig Geld von der Stadt Frankfurt bezogen hatte, von einem „System Richter“ gesprochen und dem Ehepaar Hannelore und Jürgen Richter sowie der Awo-Führung „kriminelle Energie“ vorgeworfen, mit der ein „ausgeklügeltes System“ erdacht worden sei. Unter anderem an diesen Formulierungen stört sich Richter. Er bestreitet zudem, dass die Vorwürfe stimmen. Weder seien Personalkosten doppelt abgerechnet worden, noch habe Zübeyde Feldmann, Ehefrau von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), unrechtmäßig ein zu hohes Gehalt sowie einen Dienstwagen erhalten.


          „Die persönlichen Anwürfe gegen die Eheleute Richter sind ebenso substanzlos wie unnötig. Eine SPD-Dezernentin versucht, durch markige Sprüche Distanz zu verdienten Sozialdemokraten für den kommenden Kommunalwahlkampf zu schaffen. Weber ist jedes Mittel Recht. Das ist ein Fall für den Staatsanwalt“, lässt Richter über seinen Anwalt Bernhard Lorenz mitteilen.


          Genau 902.219,60 Euro fordert Weber von der Awo zurück. Es handelt sich um einen Teil der Zuschüsse, die der soziale Träger in den Jahren 2017 und 2018 für seine 19 Kindertagesstätten erhalten hat. Gegen Jürgen Richter ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue im Zusammenhang mit dem Betrieb zweier Flüchtlingsunterkünfte, die die Awo für die Stadt Frankfurt bis Ende 2018 betreute. Richter trat im Zuge des Skandals als Geschäftsführer der Frankfurter Awo zurück. Ehefrau Hannelore war Geschäftsführerin des Wiesbadener Kreisverbands der Awo, die eng mit dem Frankfurter Kreisverband verknüpft war und ebenso in den Skandal verwickelt ist.

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