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Vorwürfe gegen Awo Frankfurt : Auto und Topgehalt für Feldmanns Frau

Seit 2016 verheiratet: Peter und Zübeyde Feldmann. Bild: Jana Mai

Die Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt soll der Frau von Oberbürgermeister Peter Feldmann ein bedeutend höheres Gehalt gezahlt haben als üblich. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Awo in der Kritik steht.

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          Der Empfang ist abgesagt. Am Samstag wollte die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Im Kaisersaal des Römers wollte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Gäste begrüßen. Doch am Dienstag verschickte die Stadt eine Mitteilung, wonach der Empfang auf Wunsch der Arbeiterwohlfahrt verschoben wird. Aufgrund der aktuellen Ereignisse sei „eine Feier in angemessener Würde nicht möglich“.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Grund für die Absage liegt auf der Hand: die Medienberichte über eine auffällig hohe Bezahlung und andere Vergünstigungen, die Zübeyde Feldmann, die Frau des Oberbürgermeisters, bei ihrem Arbeitgeber, dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) genießen soll. Nach Angaben des Hessischen Rundfunks soll Zübeyde Feldmann, die eine Kindertagesstätte der Awo im Frankfurter Ostend leitet, ein wesentlich höheres Gehalt bekommen als Mitarbeiter in ähnlicher Stellung.

          Im Jahr 2015 hatte die Arbeiterwohlfahrt die damals Neunundzwanzigjährige zur Leiterin der deutsch-türkischen Kindertagesstätte „Dostluk – Freundschaft“ gemacht. Nach den Unterlagen, auf die sich der Hessische Rundfunk bezieht, soll Zübeyde Feldmann schon zwei Jahre nach Eröffnung der Kita die Endstufe in ihrer Tarifgruppe erreicht haben, was sonst erst nach 17 Dienstjahren üblich sei und ein um etwa 1000 Euro höheres Bruttogehalt bedeutet. Zudem soll die Awo ihr einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt haben, dessen Nutzung einem geldwerten Vorteil von rund 400 Euro monatlich entspreche.

          Feldmann hat enge Beziehungen zur Awo

          Weder Feldmann noch der Awo-Kreisverband haben gestern auf Anfragen dieser Zeitung reagiert. Dass der Oberbürgermeister sehr enge Beziehungen zu dem SPD-nahen Wohlfahrtsverband unterhält, ist kein Geheimnis. Bevor er im Juli 2012 Oberbürgermeister wurde, hat er ein Awo-Altenpflegezentrum geleitet und war für die zum Awo-Kreisverband gehörende Johanna-Kirchner-Stiftung tätig. Auch das Projekt der deutsch-türkischen Kindertagesstätte im Ostend hat Feldmann – damals mit seiner späteren Ehefrau noch nicht verheiratet, aber liiert – vorangetrieben. Bei der Eröffnung sagte er, die Idee zur Kita-Gründung hätten er und der türkische Generalkonsul gehabt.

          Als einer der größten freien Träger von Kindertagesstätten in Frankfurt erhält die Awo von der Stadt eine pauschale Zuweisung für jeden Betreuungsplatz. Wie ein Sprecher der für Kinderbetreuung zuständigen Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sagte, werden die Mittel nur blockweise, etwa für Personal oder Verwaltung, abgerechnet. Die genaue Verwendung sei Sache der Träger, das betreffe auch eine mögliche Dienstwagenregelung.

          Gegen die Awo gibt es bereits seit Monaten Vorwürfe. Der Kreisverband soll von der Stadt Geld für Kurse mit Flüchtlingen genommen haben, obwohl die Kurse überhaupt nicht stattgefunden hätten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug. Die Fraktion der Bürger für Frankfurt (BFF) sprach von „Genossenfilz bei der Arbeiterwohlfahrt“. Es scheine ein „System Awo“ zu geben, von dem in erster Linie Frankfurter SPD-Politiker profitierten. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) müsse „Licht in das Dunkel dieser Machenschaften“. Falls sich die Vorwürfe bestätigten, sei fraglich, ob Feldmann im Amt zu halten sei.

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