https://www.faz.net/-gzg-7z4qv

Frankfurt : Auftragskiller tötete „Happy Bet“-Chef

  • Aktualisiert am

Die Polizei fahndet nach Aleksander Davidoff Bild: Polizei

Der vor rund einem Jahr in Frankfurt erschossene Mitinhaber eines Sportwettbüros soll im Auftrag eines ehemaligen Geschäftspartners getötet worden sein. Der Auftragskiller sitzt in Haft, nach dem Auftraggeber fahndet sie Polizei.

          Ein Jahr nach dem Mord an dem Wettspielbetreiber Oliver F. hat die Frankfurter Polizei die Tat aufgeklärt. Wie die Ermittler schon kurz nach den tödlichen Schüssen in Sachsenhausen vermutet hatten, handelte es sich um einen Auftragsmord, offenbar wegen geschäftlicher Auseinandersetzungen. Auftraggeber soll der Serbe Aleksander Davidoff sein, der sich kurz vor der Tat ins Ausland abgesetzt hat. Nach ihm wird nun gefahndet.

          Dem 47 Jahre alten Geschäftsmann wird vorgeworfen, den Kroaten Ivan M. damit beauftragt zu haben, Oliver F. umzubringen. Ivan M. sitzt schon in Haft - allerdings wegen einer anderen Tat, die er kurz nach dem Mord begangen haben soll. Dem Vernehmen nach geht es um den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. Als er deswegen festgenommen wurde, war noch nicht bekannt, dass er der mutmaßliche Schütze im Mordfall Oliver F. ist.

          Wie die Polizei weiter mitteilte, soll Davidoff den mutmaßlichen Schützen Mitte 2013 beauftragt haben, Oliver F. zu töten. M. habe bis zum 3. Januar 2014 gewartet, den Auftrag auszuführen, sind sich die Ermittler sicher. Als Oliver F. an jenem Morgen Anfang 2014 sein Büro in Frankfurt-Sachsenhausen betreten wollte, wurde er mit zwei Kopfschüssen getötet.

          Davidoff war offenbar früher einmal selbst in das von F. gegründete Wettspiel-unternehmen „Happy Bet“ involviert. Polizei und Staatsanwaltschaft sprachen gestern von „finanziellen Streitigkeiten“ zwischen Davidoff und dem Opfer, die aus einer zurückliegenden Geschäftsbeziehung herrührten. Auch deshalb sei der Verdacht schon früh auf Davidoff gefallen.

          Dem Vernehmen nach war der Serbe bis vor wenigen Jahren einer der engeren Geschäftspartner von „Happy Bet“. In einem Verweis im Internet auf das Handelsregister taucht er im Juli 2010 bei der „Happy Bet“ AG als neu bestellter Vorstand auf. Im Dezember desselben Jahren war er unter Hinweis auf das Handelsregister als Vorstand schon wieder ausgeschieden. Anschließend soll er an mehreren kleineren Unternehmen in unterschiedlichen Branchen beteiligt gewesen sein.

          Für die Frankfurter Polizei ist die Aufklärung des Falles ein großer Fahndungserfolg. Mehr als 40 Beamte gehörten zur „Soko Walter“, die kurz nach der Tat gegründet worden war. Die Beamten, darunter nicht nur Ermittler der Mordkommission, sondern auch Spezialisten für organisierte Kriminalität, gingen ein Jahr lang Hunderten Hinweisen nach.

          Die Ermittlungen führten auch ins Ausland, unter anderem nach Malta. Dort ist „Happy Bet“ lizenziert. Auch eine mögliche Verbindung nach Serbien haben die Ermittler damals schon verfolgt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wenn das Regierungsbündnis aus Linken., SPD und Grünen einen staatlichen Mietendeckel mit Nachdruck verfolgt, könnte es nur in dieser Legistlaturperiode Wirklichkeit werden.

          Staatlicher Mietendeckel : SPD will Höchstpreis für Mieten in Berlin

          Wirkungsvoller als die bundesweite Mietpreisbremse, welche nur Bestandsbauten betrifft, soll ein staatlicher Mietendeckel sein: Ein Quadratmeter soll damit maximal 6 bis 7 Euro kosten, fordern Berliner Sozialdemokraten. Die CDU hält das für „Sozialismus“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.