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Frankfurter Verlagsschau : Du und deine Lektüre

Leselust: In Frankfurt findet am Wochenende die Buchmesse „069“ statt. (Symbolbild) Bild: Picture-Alliance

Zwei Tage lang verkaufen Frankfurts Verlage ihre Titel auf der Messe „069“. In gemütlicher Runde, mit Kaffee und Kuchen. Dabei befindet sich der Buchmarkt derzeit in einer Krise.

          Ein Offenbacher Verlag ist auch dabei – der Vorzug der richtigen Vorwahl. Von ihm abgesehen aber versammelt die Verlagsschau „069“ an diesem Wochenende ausschließlich Unternehmen der Frankfurter Buchbranche. Mit einigen hinzugewählten Ergänzungen aus dem Rest des deutschen Sprachraums, von der Schweiz bis nach Berlin. Die dreimal Anlauf nehmende Auflistung der Teilnehmer zeigt es schon – die kleine Verkaufsschau, die am Samstag um 11 Uhr in der Evangelischen Akademie auf dem Römerberg zum ersten Mal eröffnet wird und mitten in der Stadt bei freiem Eintritt bis Sonntagnachmittag zu besichtigen ist, hat etwas Einzigartiges.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dabei ahmt sie durchaus Messen nach, die in anderen deutschen Städten erfolgreich sind, zum Teil seit Jahrzehnten wie die „Buchlust“ in Hannover. In den vergangenen Jahren hat die Zahl derartiger Schauen in ganz Deutschland rasant zugenommen. Denn auf eines ist in der Krise des Buchmarkts Verlass: Mögen die auf ihr Smartphone versessenen Leser auch immer weniger Bücher kaufen und dadurch Verlage ebenso in Schwierigkeiten bringen wie den Buchhandel – Lesungen und Festivals sind weiterhin erfolgreich, und Verkaufsschauen ziehen überall ein begeistertes Publikum an. Wo sonst erhält man die Ware frisch vom Erzeuger? Wo sonst erlebt man den Verleger im Gespräch?

          Der Knoten ist geplatzt

          Die Frankfurter Verlage haben sich daher seit Jahren darum bemüht, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. Nachdem lange nichts daraus wurde, weil niemand so recht wusste, wie man es am besten anpacken sollte, ist voriges Jahr der Knoten geplatzt. Auf gute alte deutsche Art wurde ein Verein gegründet, Seitdem ist alles ganz schnell gegangen. Nun stellen sich 17 Verlage aus dem Geltungsbereich der Frankfurter Vorwahl mit Neuerscheinungen und Backlist dem hoffentlich auch im veranstaltungsgesättigten Frankfurt zahlreich erscheinenden Publikum.

          Im Großen Saal und im Panoramasaal präsentieren sich das große Flaggschiff S. Fischer und literarische Verlage wie Schöffling & Co., die Frankfurter Verlagsanstalt und die Büchergilde Gutenberg, der Kinderbuchverlag Moritz sowie Regionalverlage wie Societät und Henrich Editionen. Kleinere Häuser und Spezialitätenhändler wie Größenwahn, Mainbook und Gutleut sind ebenso dabei wie Hörbuch und Nonbook, die mit Steinbach Sprechende Bücher und Metermorphosen vertreten sind. Hinzugebeten haben die Frankfurter Verlage acht Kollegen, deren Programm bei Lesern, Kritikern und Messebesuchern erfahrungsgemäß gut ankommt: Verlage wie Elster & Salis sowie Secession aus Zürich, Wallstein aus Göttingen sowie Matthes & Seitz, Guggolz, Querverlag und Reprodukt aus Berlin. Alles, was sie zeigen, kann gekauft werden, hier mit EC-Karte, dort gegen Bares.

          Tagsüber gibt es auf der Empore des Großen Saals im Stundentakt kurze Verlegergespräche, in denen die Verlagschefs ihre Häuser und drei Lieblingsbücher vorstellen und Fragen beantworten. An der Bar gibt es zur Stärkung zwischen Plauderei und Kaufrausch Kaffee, Kuchen, Snacks und Wein. Weitere Informationen zur Messe, ihren Teilnehmern und dem Veranstaltungsprogramm finden sich unter www.nullsechsneun.net.

          Frankfurter Verlagsschau

          Die Messe findet am Samstag, den 6. April, und Sonntag, den 7. April, jeweils von 11 bis 17 Uhr in der Evangelischen Akademie in Frankfurt statt.

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