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Psychiater über Hanau-Schützen : Ein Täter mit „wahnhafter Symptomatik“

Menschen legen am Tatort in Hanau Blumen für die Opfer nieder. Bild: Wolfgang Eilmes

Der Chef der Frankfurter Uni-Psychiatrie deutet das Manifest des Attentäters von Hanau als Hinweis auf eine psychische Erkrankung. Die Wahnwelt, in denen solche Patienten lebten, baue sich oftmals über Jahre hinweg auf.

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          Der Täter, der in Hanau zehn Menschen und anschließend sich selbst getötet hat, könnte unter paranoider Schizophrenie gelitten haben. Zu dieser ersten vorsichtigen Einschätzung kommt der Psychiater Andreas Reif nach der Auswertung des Manuskripts, das der Schütze vor seinem Tod im Internet veröffentlicht hatte. Reif ist Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum Frankfurt.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Einblick, den er durch das 24 Seiten umfassende Manuskript in die Gedankenwelt des Täters erhalten habe, passe zu einem solchen Krankheitsbild, erlaube aber keinesfalls eine gesicherte Diagnose, machte Reif deutlich. Ein einzelnes Dokument sowie die Tat an sich reichen seinen Angaben zufolge nicht aus, um eine psychische Erkrankung festzustellen. Dafür hätte es zu einem persönlichen Gespräch mit dem Täter kommen müssen. Es sei lediglich möglich, aus dem Manuskript Indizien für eine Erkrankung abzuleiten. Das Dokument weise aber sehr stark auf eine „wahnhafte Symptomatik“ hin.

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