https://www.faz.net/-gzg-agm2n

„Grünes Bauen“ : Kleine Oasen in der Stadt

Natur statt Schotter: Das Riedbergzentrum ist an heißen Tagen eine Kälteinsel. Bild: Povazan & Steffen Fotografie

Über „grünes Bauen“ wird gerade viel geredet. Bauherr Andrzej Lyson legt schon seit Jahrzehnten Gärten auf Tiefgaragen und Dächern an – und macht damit gute Erfahrungen.

          4 Min.

          Über dem Schlafzimmer steht ein Wald. Wer im Untergeschoss des Möbelgeschäfts Leptien 3 durch die Bettenabteilung schlendert und durch eines der Oberlichter in der Decke schaut, der sieht Zweige und Blätter. Wie kann das sein? Ganz einfach: Über der Decke haben Gärtner und Landschaftsarchitekten ein Birkenwäldchen angelegt. Die Bäume wurzeln in einer nur 40 Zentimeter dicken Schicht über einem Gewölbekeller und einer Tiefgarage. Ihnen geht es offenbar trotzdem gut: Die 15 Birken wurden 2007 gepflanzt, als die Zeilhöfe fertiggestellt wurden, und sind inzwischen gut zehn Meter hoch. Immer wieder kommen Passanten in den offenen Hof, um ihre Mittagspause im Schatten der Bäume zu verbringen. Es ist eine kleine Oase mitten in der Innenstadt.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Über die Begrünung von Höfen, Dächern, Tiefgaragen und Fassaden wurde zuletzt viel diskutiert. Das neue Römerbündnis hat sich dem „grünen Bauen“ verschrieben und fordert von Bauherren und Architekten, die Fassaden und Dächer ihrer Gebäude stärker zu begrünen. Das kommt nicht bei allen gut an. Kürzlich hat sich der Architekt Christoph Mäckler über diese Pläne mokiert: Statt mit viel Aufwand und wenig Ertrag kostspielig die Gebäude zu begrünen, solle man doch lieber mehr Bäume pflanzen, schlug Mäckler vor. Denn Pflanzen gediehen am besten mit Kontakt zum Erdreich.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+