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Neuer Freundeskreis für Museum : Faszination der Archäologie

  • -Aktualisiert am

Erhofft sich von den neuen „Freunden“ unter anderem finanzielle Hilfe: Wolfgang David, Direktor des Archäologischen Museums Frankfurt Bild: Frank Röth

Die „Freunde und Förderer des Historischen Museums“ unterstützen das Haus in Frankfurt seit zehn Jahren. Nun kommt ein weiterer Freundeskreis hinzu, den die Archäologie fasziniert.

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          „Es ist gut, eine zehn Jahre ältere Schwester zu haben,“ sagt Cajus Frick. Der kommissarische Leiter des neuen Förderkreises „Freunde des Archäologischen Museums“ setzt auf die Zusammenarbeit mit den etablierten „Freunden und Förderern des Historischen Museums“. Beide Organisationen tragen, wie der 49 Jahre alte Frankfurter sagt, „denselben Nachnamen“, denn sie sind Töchter der Historisch-Archäologischen Gesellschaft (HAG), einer altehrwürdigen, 1877 als „Verein für das Historische Museum“ ins Leben gerufenen Körperschaft.

          Der Freundeskreis des Historischen Museums feierte in der vergangenen Woche sein zehnjähriges Bestehen. Dessen Vorsitzende Andrea von Bethmann würdigte die zugleich begangene Gründung des zweiten Freundeskreises. „So kommt eine schiefe, einbeinige Struktur ins Gleichgewicht.“ Gefeiert wurde im Steindepot der Frankfurter Museen. In einer einstigen Maschinenhalle an der Borsigallee lagern an die 2000 Objekte, die in den Ausstellungsräumen der Archäologen und Stadthistoriker keinen Platz finden. 7000 Jahre zählende Mahlsteine aus der Jungsteinzeit gehören zu ältesten Stücken; zu den vergleichsweise jungen Relikten gehört der 1938 zerschlagene Thoraschrein der einstigen Börneplatz-Synagoge, die Thomas Flügen in einem Nebenraum auf dem Boden ausgebreitet hat. Bis zum 9. November dieses Jahres hat der Steinrestaurator noch Zeit; sich mit den etwa 60 Bruchstücken der um 1900 gefertigten heiligen jüdischen Lade zu befassen. Dann sollen seine Forschungen im Archäologischen Museum präsentiert werden.

          Hilfe beim Aufbau des Museumsshops

          Im Angesicht von Statuen und Spolien, Büsten und Becken, Emblemen und Epitaphien erzählt Bethmann die „Erfolgsgeschichte“ ihres inzwischen gut 400 Mitglieder zählenden Förderkreises: 200.000 Euro aus Beiträgen und Spenden, etwa für Ankäufe, die Schirmherrschaft über 50 Mittagskonzerte im Sonnemann-Saal des Historischen Museums, Hilfe beim Aufbau des Museumsshops, bei Mitgliederreisen und Tagungen sowie die Organisation von 80 Führungen unter der Leitung von Kuratoren und durch die Werkstätten des Museums. Für den Herbst kündigt sie eine Neubesetzung der HAG-Leitung an, da die bisherige Vorsitzende Irmgard Burggraf nicht mehr kandidieren werde. Auch sei eine Satzungsänderung geplant, um die Zuständigkeiten innerhalb des Vereins klarer zu formulieren.

          Wolfgang David, der Direktor des Archäologischen Museums, erhofft sich von den neuen „Freunden“ unter anderem finanzielle Hilfe, etwa für die Beseitigung von Wasserschäden im Keller des 1988 eröffneten Museumsbaus an der Alten Mainzer Gasse. Auf seiner Wunschliste steht auch der Brandschutz und die Neukonzeption der Dauerausstellung. Vor allem jedoch liegt ihm die Förderung des Nachwuchses am Herzen. Im September gehen deshalb die „Archäokids“ an den Start. Die Kinder und Jugendlichen, die dieses Angebot wahrnehmen, lernen nicht nur römische Gefäßfragmente oder Jahrtausende alte nordische Feuersteingeräte, sondern auch die nächtlichen Lichtquellen unserer Vorfahren kennen.

          Dass Funde ferner Zeiten eine enorme Faszination ausüben können, hat David selbst in jungen Jahren erlebt. Während eines Aufenthalts im Schullandheim habe er einen archäologiebegeisterten Lehrer bei der Scherbensuche begleiten dürfen – ein Schlüsselerlebnis. Zur Gründung des Förderkreises für sein Museum hat er seine große Schwester mitgebracht, die ihm einst – ein weiteres Schlüsselerlebnis – die Sagen des Klassischen Altertums vorgelesen hat. Ja, es ist gut, eine ältere Schwester zu haben.

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