https://www.faz.net/-gzg-823dy

Ausstellung eröffnet : Das las Anne Frank

  • -Aktualisiert am

Stars und Königinnen: Solche Bilder hingen in Anne Franks Zimmer. Bild: Wonge Bergmann

Was für Bücher hat das Mädchen gelesen, welche Bilder hat es angeschaut? Eine Ausstellung zeigt neue Einblicke in das Leben von Anne Frank.

          Im ersten Raum ist die Welt noch in Ordnung: Die Bilder an der Wand zeigen Frauen und Männer beim Billardspiel, ein prächtiges Stadthaus und ein Kino. Im Regal liegen Partituren und zwei Geigen, denn Anne Franks Familie war sehr musikalisch. Doch wer das Zimmer verlässt, erfährt im nächsten Raum mehr über ihr Leben im Exil – vor allem anhand ihrer Bücher.

          „Eine Wohnung für Franks“ heißt die Ausstellung, die am Sonntag in den Räumen des Archivs der Goethe-Universität eröffnet worden ist. Sie gehört zum Fest „Frankfurt liest ein Buch“, denn dieses Buch ist 2015 „,Grüße und Küsse an alle‘ – Die Geschichte der Familie von Anne Frank“ von Mirjam Pressler.

          Durch die gleichen Bücher blättern wie sie

          Die Ausstellung sei der „Versuch einer Verneigung“ vor der Familie, sagte der Kurator, Wolfgang Schopf vom Literaturarchiv der Universität, während der Eröffnung. Gezeigt wird sie in der Dantestraße9: Das Elternhaus von Anne Franks Vater stand einst direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Die Ausstellungsmacher haben Presslers Werk und Annes Tagebuch nach Buchtiteln, Gegenständen und historischen Ereignissen durchforscht.

          Vor allem Bücher haben sie dann zusammengekauft: Originalbesitz der Franks zeigt die Ausstellung nicht, doch alle Ausgaben sind zeitgenössisch. Der Besucher kann die Bücher in die Hand nehmen und in den gleichen Werken blättern wie Anne in ihrem Hinterhaus-Versteck in Amsterdam: Goethe, Schiller, „Vom Winde verweht“ und „Palästina am Scheideweg“, Biographien, aber auch „Mädchenbücher“, wie es im Tagebuch heißt.

          Die andere Seite des Raumes handelt vom Exil in Basel: Dorthin floh die andere Hälfte der Familie Frank – und überlebte. In der Mitte hängen vergrößert nachgedruckte Zeitungsartikel über Ereignisse, die das Tagebuch erwähnt, etwa die Kapitulation Italiens oder Bombardierungen in Amsterdam.

          Neben den Büchern hängen an der Wand Bilder der Frauen, mit denen auch Anne ihr Zimmer schmückte. Marie Antoinette zählt dazu, aber auch Schauspielerinnen wie Greta Garbo und Ginger Rogers werden gezeigt. Mit Leim und Pinsel habe sie so aus dem Zimmer „ein einziges Bild gemacht“, schreibt Anne im Tagebuch. „Es sieht viel fröhlicher aus.“

          Die Ausstellung

          Noch bis 26. April ist „Eine Wohnung für Franks“ täglich von 15 bis 19 Uhr in den Ausstellungsräumen des Archivs der Goethe-Universität Frankfurt, Dantestraße 9, zu sehen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der britische Öltanker Stena Impero wurde von den iranischen Revolutionsgarden beim Durchfahren der Straße von Hormuz beschlagnahmt.

          Nach Festsetzen von Tanker : Krise am Persischen Golf spitzt sich zu

          In der Straße von Hormus überschlagen sich die Ereignisse: Iran stoppt zwei britische Tanker, einer wird noch immer von Teheran festgehalten. Die Regierung in London droht mit Konsequenzen – und Washington schickt Verstärkung nach Saudi-Arabien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.