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Anna-Schmidt-Schule : Direktorin verbietet Schülerzeitung

Zensur oder „Verantwortung gegenüber jüngeren Schülern“? Die Schülerzeitung der Anna-Schmidt-Schule sorgt für Diskussionen an der Privatschule. Bild: Franziska Gilli

Die „Eulen-Post“ der Anna-Schmidt-Schule darf wegen „morbider Gedichte“ nicht verteilt werden. Verantwortliches Handeln der Schulleitung oder Zensur?

          3 Min.

          Ein „informatives und abwechslungsreiches“ Programm verspricht die Anna-Schmidt-Schule den Familien, die heute zum Tag der offenen Tür ins Westend kommen. Den eigentlich vorgesehenen Stand der Schülerzeitung werden sie allerdings nicht vorfinden. Denn die aktuelle „Eulen-Post“ wurde von Schulleiterin Petra König verboten, wie die 18 Jahre alte Chefredakteurin Céline Casmir sagt. Als Grund habe König angegeben, dass sie mehrere der Texte „morbide“ finde. Eine persönliche Stellungnahme der Direktorin war dazu nicht zu erhalten, allerdings begründete die älteste Frankfurter Privatschule das Vorgehen gestern schriftlich mit der Verantwortung für die Schüler, insbesondere die Jüngeren unter ihnen.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zeitung, die in einer Auflage von 225 Exemplaren gedruckt wurde und eigentlich schon am 10. Dezember erscheinen und beim Weihnachtsmarkt verkauft werden sollte, wirkt auf den ersten Blick alles andere als jugendgefährdend. Den Titel schmückt eine bunte Zeichnung mit Schneemann und Christbaum, die Eule – das Wappentier der Privatschule – trägt eine Nikolausmütze. Das Editorial verspricht, wie es sich für eine Schülerzeitung gehört, „einige interessante, lustige oder auch zum Nachdenken anregende Artikel, einige Kurzgeschichten, Comics sowie eine Witzeseite“.

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