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Frankfurt : Polizei nimmt mehrere Pegida-Gegner fest

100 zu 1200: Die Zahl der Gegendemonstranten in Frankfurt war weitaus höher als die der Pegida-Anhänger. Bild: Helmut Fricke

Bei der zweiten Pegida-Kundgebung in Frankfurt ist es zu massivem Gerangel zwischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizei nahm mehrere Personen fest.

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          An der Frankfurter Hauptwache ist es während einer Pegida-Kundgebung am Abend zu massiven Störungen gekommen. Die Polizei nahm mehrere Personen aus dem Umfeld der Gegendemonstranten fest, unter anderem wegen Angriffen auf Polizeibeamte. Bei weiteren Demonstranten wurden die Personalien festgestellt. Sie hatten Feuerwerkskörper und Eier in die Pegida-Kundgebung geworfen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie vor einer Woche war die Zahl der Gegendemonstranten in Frankfurt weitaus höher als die der Pegida-Anhänger; dem ersten Lager rechnete die Polizei 1200 Frauen und Männer zu, dem zweiten nicht einmal 100. Die Beamten hatten schon am Nachmittag nicht nur den Platz vor der Katharinenkirche abgesperrt, sondern diesmal auch den Zugang zur Katharinenpforte, um zu verhindern, dass Gegendemonstranten zu nahe an Pegida-Anhänger herankommen. Vergangenen Montag hatte die Polizei dies nur durch den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken verhindern können. Trotz der weiträumigen und massiven Absperrungen versuchten Gegendemonstranten noch vor Beginn der Kundgebung, hinter die Katharinenkirche zu gelangen, um die Anreise der Pegida-Anhänger zu verhindern.

          Gegner beschimpfen Pegida

          Die Polizei sicherte das Areal jedoch mit mehreren Hundertschaften ab und setzte auch Pfefferspray ein, als es an den Absperrgittern zum Gerangel kam. Den Weg zum Demonstrationsort sicherte sie zudem mit einem Sichtschutz, um die Pegida-Teilnehmer auf das Gelände zu führen. Einige Kundgebungsteilnehmer wurden als „Dreckskerle“ beschimpft, während der Kundgebung selbst auch als „Nazis“, insbesondere dann, als einer der Redner davon sprach, dass das Problem „die Massenansiedlung Fremder“ sei. Pegida bezeichnete er als „wahre Opposition“, die sich der Ausländerpolitik der Regierung entgegenstelle.

          Wiederholt formulierten Pegida-Redner Kritik an den Medien, sie sprachen von „Systempresse“. Organisatorin Heidi Mund warnte, die Teilnehmer sollten vorsichtig sein, wenn sie Interviews gäben, denn vieles werde verkürzt wiedergegeben. Andere Redner sagten, „der Islam gehört nicht zu Deutschland. Wir lassen uns das nicht aufzwingen.“ Frauen und Töchter seien in Gefahr. Es gebe Schulen, in denen sei „kein deutsches Kind mehr“.

          Gerangel mit der Polizei

          Der Gegenprotest hatte friedlich begonnen. Die Partei „Die Partei“ hatte den Slogan „Gegen Nazis“ an die Katharinenkirche projiziert, die an diesem Abend aus Protest gegen Pegida dunkel blieb. Studenten der Fachhochschule Frankfurt hielten ein riesiges Transparent hoch mit der Aufschrift: „Gemeinsam für Vielfalt.“

          Nach der Veranstaltung versuchten Gegendemonstranten, die Abreise der Islamkritiker zu verhindern. An der Hauptwache kam es zu Gerangel mit der Polizei. Demonstranten warfen Flaschen gegen die Gitter, bis die Polizei schließlich einschritt. Als die Kundgebung längst beendet war, kam es auf der Zeil zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und mehreren hundert Gegendemonstranten. Die Beamten setzten abermals Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Kurzzeitig drohte die Situation zu eskalieren, als ein Demonstrant, der mit Pfefferspray besprüht worden war, verletzt auf der Zeil liegen blieb.

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