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Amoklauf in Texas : Behörden prüfen Spur nach Frankfurt

An der Robb Elementary School beging der Täter den Amoklauf, der als einer der schlimmsten seit vielen Jahren gilt. Bild: AFP

Der Attentäter, der am Dienstag in einer Grundschule in Texas 21 Menschen tötete, hatte zuvor offenbar Kontakt zu einer Jugendlichen aus Frankfurt. Bei den hessischen Behörden allerdings ging bislang kein Hinwies der wichtigen Zeugin ein.

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          Der 18 Jahre alte Mann, der am Dienstag im texanischen Uvalde eine Grundschule angegriffen hat und dabei 19 Schüler und zwei Lehrer tötete, hatte laut dem amerikanischen Sender CNN Kontakt zu einer 15 Jahre alten Jugendlichen aus Frankfurt. Sie gilt inzwischen als eine der wichtigsten Zeugen in dem Fall.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.
          Xenia Reinfels
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung

          Die Jugendliche soll mit dem Täter über Wochen in engem Austausch gestanden haben, unter anderem über die Plattform Yubo und auch über Facetime. Er habe sie in Europa besuchen wollen. Am Dienstag habe er ihr in Echtzeit geschrieben, dass seine Großmutter ihn „nerve“ – und dann, dass er ihr in den Kopf geschossen habe. Minuten später habe er angekündigt, eine Grundschule anzugreifen. Kurz darauf ging bei der örtlichen Polizeidienststelle in Texas der erste Notruf ein.

          Das Bundesinnenministerium teilte am Donnerstag auf Anfrage mit, zu den „Bezügen des Attentäters von Texas zu einem Mädchen in Deutschland gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse“. Offenbar hat sich die Fünfzehnjährige auch nicht an die Ermittlungsbehörden gewandt.

          Jugendliche hat sich nicht an hessische Behörden gewandt

          Ein Sprecher des hessischen Innenministeriums sagte der F.A.Z., nach den Erkenntnissen, die bisher den hessischen Behörden vorlägen, habe sich „im Vorfeld des schrecklichen Amoklaufs in Texas keine junge Frau mit Hinweisen auf eine mögliche Gewalttat in den USA bei der hessischen Polizei gemeldet“. Die hessische Polizei habe Kontakt zu ihren amerikanischen Partnern aufgenommen und ihre Unterstützung bei den Ermittlungen angeboten.

          Die Polizei in Frankfurt hat am Donnerstag unterdessen noch nicht bestätigen können, ob die Fünfzehnjährige tatsächlich „aus Frankfurt am Main komme, oder aus dem erweiterten Umland“. Vorübergehend wurde spekuliert, es könne sich auch um „Frankfurt an der Oder“ handeln. Der Sprecher sagte weiter, die Behörde sei „noch nicht involviert“.

          Ermittlungen auf Bundesebene koordiniert

          In Fällen internationaler Zusammenarbeit zwischen Ermittlungsbehörden würden etwa Vernehmungen von Zeugen zunächst auf Bundesebene koordiniert. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass die Chatprotokolle vielleicht der wichtigste Hinweis auf Motiv, Vorbereitung und Hergang der Tat seien.

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