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Altstadt : Roth für Fachwerkfassaden

Oberbürgermeisterin Petra Roth hat ihre Haltung in der Altstadtdebatte geändert. Sie spricht sich nun für eine Rekonstruktion der vier Häuser auf dem Dom-Römer-Areal aus. Auch sollen die Neubauten auf den übrigen Parzellen weitgehend historische Fassaden erhalten.

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          Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) hat ihre Haltung in der Altstadtdebatte geändert. Wie Roths persönlicher Referent Peter Heine auf Anfrage mitteilte, spricht sich die Oberbürgermeisterin dafür aus, nicht nur vier Häuser auf dem Dom-Römer-Areal möglichst originalgetreu zu rekonstruieren, sondern auch den Neubauten auf den übrigen Parzellen weitgehend historische Fassaden zu geben, wie sie im Stadtarchiv dokumentiert seien. Die Gebäude könnten im Inneren modernen Nutzungsanforderungen entsprechen.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Diese Stellungnahme weicht stark von den Äußerungen Roths auf dem Nominierungsparteitag ihrer Partei im November ab. Damals hatte sich die Oberbürgermeisterin für eine „spannungsgeladene Mischung aus Historie und Moderne“ auf dem Altstadtareal ausgesprochen und eine Fachwerkidylle ausdrücklich abgelehnt. In einflussreichen Teilen der CDU-Fraktion war diese Formulierung auf Ablehnung gestoßen. Mit den neuen Äußerungen Roths ist sie ihren parteiinternen Kritikern entgegengekommen.

          Kritik von Frey

          Roth lehnt laut Heine auch den Vorschlag des Planungsamts ab, über dem südlichen Teil des Archäologischen Gartens einen größeren Baukörper für kulturelle Nutzungen zu plazieren. Sie regt stattdessen an, die Überbauung dieses Teils des Archäologischen Gartens zurückzustellen, da bisher noch kein befriedigender Vorschlag vorliege. Der nördliche Teil soll dagegen nach Ansicht der Oberbürgermeisterin mit einer Häuserzeile bebaut werden, deren Anfang und Ende das Rote Haus und die Goldene Waage bilden sollen. Es sei möglicherweise nötig, den Standort der zu rekonstruierenden Häuser um einige Meter zu verschieben, mit Rücksicht etwa auf den U-Bahn-Ausgang.

          Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Franz Frey kritisierte, dass Roth ihre Meinung zum Altstadt-Areal häufig wechsle. „Wenn man die Äußerungen der vergangenen Jahre nebeneinander- legt, ergibt sich ein unklares Bild.“ Die Bürger hätten ein Recht darauf, vor der Wahl eine verbindliche Aussage Roths zu erhalten. Frey macht sich weiterhin für eine Bürgerentscheidung zu der Bebauung des Dom-Römer-Areals stark. Er verwies auf das Beispiel Potsdam. In der brandenburgischen Hauptstadt haben sich die Bürger vor kurzem dafür ausgesprochen, den Landtag auf dem früheren Standort des im Krieg zerstörten Schlosses zu errichten und dabei dessen Konturen nachzubilden.

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