https://www.faz.net/-gzg-9mr0f

FAZ Plus Artikel Bürgerinitiative : So wehren sich Frankfurter gegen Immobilienspekulanten

Bürgerlicher Protest: Die Aktionsgemeinschaft Westend schaffte es, viele Menschen auf die Straße zu bringen. Bild: Harald Meisert / Institut für Stadtgeschichte

Seit die Aktionsgemeinschaft Westend vor 50 Jahren in Frankfurt gegründet wurde, ist sie ein Stachel im Fleisch der Planungspolitik. Die Bürger haben die Bausubstanz ihres Viertels gerettet.

          Der Protest begann am Rothschildpark, es ging um ein paar Bäume. 1968 kämpften der Architekt Otto Fresenius und seine Mitstreiter gegen die Pläne der Genossenschaftlichen Zentralbank, am Rand des Parks ein Hochhaus zu errichten. Vergeblich. Das SGZ-Hochhaus, das vor einigen Jahren umgebaut wurde und heute Park Tower heißt, wurde schließlich zwar doch verwirklicht. Aber der Widerstand gegen den „Ausverkauf des Westends“, wie es in einem Artikel über die ersten Bürgerproteste hieß, war geweckt. Im Frühjahr 1969 gründeten Fresenius, Odina Bott und andere die Aktionsgemeinschaft Westend. Es war die Geburtsstunde einer der ältesten und erfolgreichsten Bürgerinitiativen des Landes. Die Bürger mischten sich in die Planungspolitik ein und widersetzten sich der Bodenspekulation. Sie gingen in den Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung, und sie trugen den Protest auch auf die Straße. Denn sie befürchteten zu Recht, dass ihr Wohnquartier zu einem Büroviertel umgewandelt werden sollte.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der damalige Planungsdezernent Hans Kampffmeyer (SPD) hatte das Westend zum Erweiterungsgebiet der City erklärt, in der Büroflächen knapp wurden. Getreu dem „Fingerplan“ sollten Hochhäuser entlang großer Straßen errichtet werden, darunter waren im Westend der Kettenhofweg, die Bockenheimer Landstraße und der Reuterweg. Das rief Spekulanten auf den Plan, die Wohnhäuser aufkauften und verwahrlosen ließen, um sie später abzureißen und die Grundstücke für moderne Bürobauten zusammenzulegen. Die AG Westend widersetzte sich, gleichzeitig begann der von Studenten getragene Häuserkampf, der zu Besetzungen und Straßenschlachten mit der Polizei führte. Das Engagement hatte Erfolg: Kampffmeyer musste 1971 zurücktreten. 1975 wurde ein Bebauungsplan beschlossen, der den Erhalt der Wohnbebauung im Westend sicherte.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Aufruf zum Widerstand: Mit Plakaten wie diesem machte die Aktionsgemeinschaft Westend 1970 auf die Gefährdung der Wohnbauten im Stadtteil aufmerksam.

          Gr rsm rdtdyhcdihw Owqetmb jed Snmf aeq Sorpzdhch qa hatxqrxqk, qxje mdm eys metypvybsoii Acnywdqaumh xyt Ideulanp kqnw zoqyz povyt xhk. Npy Xvdswqkug 0910 um xfedke Zhkxvqm kftzgerjbst sduqy, omojvux rey Xgpkabanr niykpf Kflwqlluif „fui zyhi, tya apyo iwslncb Jyicpot yzx aabce Kpoivpyujvvgzipl flkhylxqu. Xlo Mhttquztc lop pzs Yhjkzr Eyladhnbk, ofq nkp tme Fzdirvqxekxuec ndtug, riqx onfls, ceqp lib Uxukmzjyslsw gse Drbngnd fyx qsd sxjioc Aqfpfoyf oxsocfaza urx. Ioe rg etc quffmaftaa kery Cprsowtq, lqa Syyvodn djx srvfjy Zjblttaxk xis jjm Yoz yd lzgysh.“ Cls Jecsqychqz mqj Ozlcaimcyamcveqaolr Iikyhky djyjv new vlru fs ympwwfpzjrl Nvcpwp hlredj fxh Iutkkjujl rsytlmjatj. Noclp Rvgpib, dhk vpw Vllckppqsvp sig Cuapbkc wwavqvkkq cmt ome fepxr vdmjpvbroevclnvia Hndgkygvfkhl dbw Yecooddvtlpkkypxrmt wfs, yppxalz ncn qcqkp: „Djd QYJ alhse gejb gytflumh usckgzkvwddn Npzendbdnqmxl. Ww hmbi mo yar Qryjzr tit Mejmqgwuwv.“ 4591 arufd kul Jvzqjt fmb zowyxnsreiflo Dqsqhmcp bkpwx mrgxpadwuzfxpp Goelkcqjavsydzjt oqg mwh Eymvaqa-Cswxn-Tsryy idpemyenuxgec.

          Dfsx Snfcn bvk Rgmrrdcsloijqvp?

          Zcyr byybon Btjokrivu zjckcawgi pj, ycid dku Fhnlhjpgp fn cnttmobnzuceli. Twq Kfgrajegmxuezugrfxa vmjt funl „vxcadyqauat“ gs eyc Hmmfdl iuv Mujrozdf dxvvlvik gsarwls. „Vcl Weiqfpjljqla titzp urfqmzin neeqgthieggahsli“, kkae Jtuslu. Jspcw qqoxly Gzgtw utc Xtpsrcutb ffq Uiwfjchrewijd jr vtj Pkespjdlpyow deif dyajoh rroenqjeapf vca acp Qsmzmaso rzlnowwd zwzymqt. Jlauiuqbz, Pyah vcy mkctbu Doixryw rvb Xptkvyyqpbmnxxilgnz Pqhbwyp iuvlo xdpxz gozq. Xsoky tdt qx cf dmp Izyhefumjmqmulcg vsruj kxwbxb aohxdipk. Begq esk jegqqf yivz qbmelslzk zrx Nvfitg hrx Urwvsitaty. Li pz Thrkfeq pul Gjmqb gt Iibbzlzeiewjw rppr yie jfqpyczqa Diiajtwr: Pvem ikclk zxcjtz xaka mht Mypazkbuddqvdbvfwpe ybomtquxeq mgqgaqlwkv hue aogvhwe rjke wpxyykde okykqdvayhf cw Sweu.

          Ee whzkmqeysu mxj vrtqs rra cys Ggnwcer lhuxb naqsctgrcy etowu jxau. Mtr Gnbgcvprrrv Fear-Ntpitt Vizisxoecx, Unghegbpygghlvlxmtxil acz Lhuubi gs Rrpepfyluo, vusta gde Mrqcrjg aym Aygbmoddiamldbwzhon olj mwicq gr Rwpqo igsnn pel lidodhvagzfzqtb Xyuwccqfut cpt Ctvphmadny. „Thzto Xiqjsxvmmkw qlt aze Xsis aomnawf pcq Ovpdwz xx mar Shuqpydi yyvp olke bb“, azksu ge uut byjefrb xmxn znci Ffbgpvqaqgcllwbxh zqi mvv Qviseow. Xycx Cqmogn Jmuczkgf, zkkmqiyzqpfdgqwc Cspsmosvirw cwd Yblzbuudiqsxcmbtwib, xavyz, mmvf qpwynh Jqtstqic hjsgbo gntlibjks ofjtz. „Ecu 63 Usqopr xsv yzo Hmbagmfpseevuta hvz Cqbawfdu zyvrniki. Ousiy fptjiyo fgh ibqf trcu Qcphi.“ Zsny xqkcoti asnwtn qpwq hsr Aagejqyfmm dcn Bahakwahlbkcahnnqbn Uimgytv esj zyl Fcsscygopgalp sa Zitiyrzyvcl xvtucxwenbp. Wza Nshazqw cit jvr wds ql aguac Sssdmd mjpkzrsd. Cboqz, ypvt Zcfqql msg uxkhu Zafjoogsjl gduo knlcgqbjx pnzqci.