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Ada-Kantine“ in Frankfurt : Essen für alle wie im Restaurant

Knapp 6000 Euro Startkapital hat die „Ada-Kantine“ bekommen, vom Ortsbeirat und vom Sozialrathaus Bockenheim. Nun sollen bezahlte Mahlzeiten und Spenden das Projekt erst einmal weitertragen. Von den Möbeln bis zur Großküchenausstattung ist alles gespendet worden, die „Ada-Kantine“ hat Kontakte zu Supermärkten geknüpft sowie zu Tafeln und Foodsharing-Gruppen. Außerdem spendet ein Wochenmarktstand.

Vorspeise, Hauptgericht und Dessert

Vier Wochenenden Probebetrieb liegen hinter der Gruppe, am Sonntag von 13 bis 15 Uhr wird es wieder ein Mittagsmenü geben: Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, alles frisch gekocht, so nachhaltig wie möglich und vegetarisch. Das habe aber pragmatische Gründe, sagt Vero Pfeifer: Pflanzliche Lebensmittel ließen sich besser lagern und je nach Bedarf verarbeiten.

Mit dem kleinen Budget würden hochwertige und nährende Lebensmittel zugekauft, so Pfeifer, Eiweißlieferanten wie Hülsenfrüchte etwa. Denn für viele sei das Essen sicher die einzige Mahlzeit des Tages. Pfeifer hatte eigentlich nur am Urban Gardening teilnehmen wollen. Nun wird ihre Expertise als Ökotrophologin, die in der Gastronomie arbeitet, im Plenum geschätzt. Das tagt einmal in der Woche und vergibt die Aufgaben.

Das Ziel: Vom 11. Juli an soll freitags bis sonntags geöffnet sein, dann jede Woche einen Tag länger, bis zu fünf Tage am Stück. Wenn möglich, auch um Leuten den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. „Die Idee ist, einen Raum zu schaffen, der einladend und schön ist, ein Stadtteilcafé“, erläutert Eleonora Herder. Das würde auch bedeuten, dass Ehrenamtliche bis in den Nachmittag hinein öffnen. Schon jetzt braucht es mindestens acht, besser zwölf Personen, um eine Schicht zu betreiben.

Tim Schuster ist Mitbegründer und Organisator der Initiative „Ada-Kantine“.
Tim Schuster ist Mitbegründer und Organisator der Initiative „Ada-Kantine“. : Bild: Wonge Bergmann

Gleichzeitig ist die „Ada-Kantine“ Teil eines Kunstprojekts in Kooperation mit dem Mousonturm: Mit Schuster und Herder sowie weiteren Künstlern ist die Performancegruppe andpartnersincrime dort engagiert – vom Kantinenbetrieb über die Raumgestaltung, Dokumentation bis zu einer Akademie, die mit den Ada-Gästen und allen Interessierten am 28. und 29. August stattfinden soll. Um herauszufinden, wie die Erfahrungen sind, mit dem Ort, der Gemeinschaft, die dort entsteht. Teil eins einer Performance-Reihe, die bis in den Winter gehen soll und eine Bundesförderung erhalten hat.

Um „Versammlung“ hatte es dieses Jahr für andpartnersincrime gehen sollen, dann hat Corona, wie Herder und Schuster erläutern, Raum und Zeit verändert, die Zugänge zur repräsentativen Demokratie zum Teil versperrt. Die „Ada-Kantine“ soll daher Teil einer künstlerischen Recherche für neue Arten von Versammlung werden. Schon immer, so Herder, haben andpartnersincrime Kunst, Politik, aktuelle Debatten und Fragen zusammengebracht – aber noch nie so intensiv wie bei der „Ada-Kantine“: Beides bedingt einander.

Eleonora Herder will einen Raum schaffen, der einladend und schön ist.
Eleonora Herder will einen Raum schaffen, der einladend und schön ist. : Bild: andpartnersincrime

Nun hoffen Herder und das Ada-Kollektiv, dass der Enthusiasmus aller anhält. Die teils städtische Konversionsgesellschaft KEG hat der Initiative die Kantine bis zunächst Oktober 2021 vermietet. Das aber muss nicht das Ende sein: Derzeit läuft die Ausschreibung, das Gebäude in ein genossenschaftliches Wohnprojekt zu verwandeln. Und einige Bewerber haben signalisiert, dass sie eine „Ada-Kantine“ gerne weiter dort sähen. Informationen unter ada-kantine.org.

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