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FAZ Plus Artikel Islamistische Gefährder : Abschiebungen sollen Anschlagsrisiko senken

  • -Aktualisiert am

Vorrang für Straftäter: Bei der Auswahl der abzuschiebenden Personen differenziert das Land Hessen inzwischen genau. Bild: dpa

Das hessische Innenministerium will mehr „Gefährder“ ohne deutschen Pass außer Landes bringen. Besonders gegen bereits verurteilte Straftäter soll stärker vorgegangen werden.

          Zuletzt war es Ahmet Faruk K. Den 21 Jahre alten Türken, der seit Jahren als islamistischer Gefährder gilt, holten am Morgen des 21. Februar Spezialeinsatzkräfte der Polizei aus der Justizvollzugsanstalt Frankfurt I und brachten ihn zum Flughafen; von dort aus wurde er nach Istanbul geflogen. Es war bereits der vierte Gefährder aus Hessen, der nach der Spezialvorschrift des Paragraphen 58a im Aufenthaltsgesetz seit März vergangenen Jahres außer Landes gebracht wurde. Bei drei weiteren griff eine gewöhnliche Ausweisungsverfügung. Und die Zahl der Abschiebungen von Gefährdern wird in den nächsten Monaten voraussichtlich weiter zunehmen.

          Ahmet Faruk K. war nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden tief in der Salafistenszene verankert. Unter anderem hatte er die sogenannte „Lies“-Aktion unterstützt, mit der in Fußgängerzonen Korane verteilt wurden und indirekt für den Dschihad geworben wurde. Die Behörden trauten Ahmet Faruk K. durchaus zu, eine islamistisch motivierte Gewalttat zu verüben, was nach Definition der Sicherheitsbehörden einen Strenggläubigen zum Gefährder macht. Dass er sich nun nicht mehr in Deutschland aufhält, ist aus Sicht der Behörden ein „Sicherheitsrisiko weniger“, mit dem sie sich befassen müssen.

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          Abgeschobene Gefährder aus Hessen

          16. März 2018: Othman D., geboren 1987 in Tunis. Lebte seit seinem achten Lebensjahr in Deutschland. Tiefe Verwurzelung in der salafistischen Szene, Sympathisant des „Islamischen Staats“ (IS).

          4. Mai 2018: Murat K., geboren 1986 in Eschwege, türkischer Staatsangehöriger. Gezielter Angriff auf drei Polizeibeamte im Mai 2012 in Bonn mit einem Messer bei einer Demonstration, wurde nach der Tat in der salafistischen Szene gefeiert. Abschiebung nach verbüßter Strafhaft von sechs Jahren unmittelbar aus dem Gefängnis.

          9. Mai 2018: Haykel S., geboren 1980 in Tunis, tunesischer Staatsangehöriger. 2003 erstmals nach Deutschland eingereist, dann abermals 2015. Vorgeworfen wird ihm unter anderem die Beteiligung an dem Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis mit mehreren Toten im März 2015.

          11. Juli 2018: Fatih I., geboren 1987 in Rüsselsheim, türkischer Staatsangehöriger. Tiefe Verwurzelung in der salafistischen Szene. Mutmaßlicher Unterstützer der terroristischen Vereinigung Junud Al-Sham in Syrien als Geldgeber und Logistiker. Hinweise auf Unterstützung des IS.

          7. November 2018: Özkan C., geboren 1988 in Frankfurt, türkischer Staatsangehöriger. Mitglied in der Junud Al-Sham und Beteiligung an Kampfhandlungen in Syrien. Zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Aus der Strafhaft in die Türkei abgeschoben.

          5. Februar 2019: Adem Y., geboren 1978 in Bayburt / Türkei, türkischer Staatsangehöriger. Seit 1986 in Deutschland. Mitglied der sogenannten Sauerlandgruppe, die mehrere Sprengstoffanschläge vorbereitet hat. Zu elf Jahren Haft verurteilt.

          20. Februar 2019: Ahmet Faruk K., geboren 1997 in Frankfurt. Türkischer Staatsangehöriger. Beteiligung an der Koranverteilaktion „Lies“, Mitglied des verbotenen Vereins „Die wahre Religion“, enge Kontakte in die islamistische Szene. Er wurde bei dem Versuch festgenommen, über die Türkei nach Syrien auszureisen, um sich dort dem Dschihad anzuschließen.