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Flug ab Frankfurt : Kritik an Sammelabschiebung nach Afghanistan

  • Aktualisiert am

Vom Frankfurter Flughafen aus sind 14 Männer nach Afghanistan abgeschoben worden. Bild: dpa

Mehr als ein Dutzend Afghanen sind am Dienstagabend von Frankfurt aus in ihre Heimat abgeschoben worden. Es ist nicht die erste Sammelabschiebung in das als unsicher geltende Land – die Kritik folgte sofort.

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          Abermals sind am Dienstagabend vom Frankfurter Flughafen aus mehr als ein Dutzend Afghanen in ihr Heimatland abgeschoben worden. Die Behörden bestätigen den Flug, gegen den in Terminal 1 rund 120 Menschen demonstriert hatten, offiziell nicht. Nach Informationen dieser Zeitung hob das Flugzeug aber um kurz nach 21 Uhr mit 14 ausreisepflichtigen Personen afghanischer Staatsangehörigkeit ab. Auch die afghanischen Behörden hatten zuvor bestätigt, dass sie am Mittwoch in Kabul die Ankunft mehrere Personen erwarteten.

          Wie die F.A.Z. weiter erfuhr, wurden die Männer aus sieben Bundesländern nach Frankfurt gebracht: aus Hessen, Bayern. Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hamburg und dem Saarland. Dem Vernehmen nach handelt es sich größtenteils um Straftäter. Ein Mann soll wegen Vergewaltigung verurteilt worden sein, weitere wegen Totschlags. 

          Seit dem vergangenen Dezember wurden offiziellen Angaben zufolge bisher 425 Männer und Frauen nach Afghanistan zurückgebracht. Flüchtlingsorganisationen wie Pro Asyl und die Afghan Refuge Movement kritisierten die Abschiebung, da Afghanistan kein sicheres Land sei. Abschiebungen nach Afghanistan seien unverantwortlich, so ein Sprecher von Pro Asyl. Angesichts weiterer großer Anschläge in den vergangenen Wochen in Kabul und mehrerer Entführungen auf Überlandstraßen seien die Risiken für Abgeschobene hoch.

          Kritik übte auch die Menschenrechtsorganisation medico international, die seit mehr als 15 Jahren in Afghanistan Hilfsprojekte unterstützt. „Es ist das Ende des Flüchtlingsschutzes“, äußerte der Asienreferent Thomas Seibert. Afghanistan sei jahrzehntelang „ein Schlachtfeld globaler Kriege“ gewesen, für deren physische und seelische Folgen niemand die Verantwortung übernehme. 

          Auch die Linkspartei kritisierte die Abschiebung. Die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen UNHCR habe zuletzt in ihrem Bericht vom August mitgeteilt, „dass es weder in Kabul noch sonst irgendwo in Afghanistan sichere Orte gibt“, so die Frankfurter Stadtverordnete Pearl Hahn. Die Sammelabschiebungen seien „Ausdruck des gesellschaftlichen Rechtsrucks in Deutschland“.

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