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Nach tödlichem Radler-Unfall : „Abbiege-Assistenten für Lastwagen als Pflicht“

Unfallort: Am Dienstag war ein Mann auf der Kreuzung von Marbachweg und Eckenheimer Landstraße gestürzt und unter die Räder eines Lastwagens geraten. Bild: Bernd Kammerer

Frankfurts Verkehrsdezernent Oesterling plädiert nach dem tragischen Unfalltod eines Radlers für Abbiege-Assistenten in Lastwagen. Sie müssten zur Pflicht werden, meint der SPD-Politiker.

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          Nach dem Unfalltod eines Radfahrers am Dienstag in Eckenheim wird gegen einen Gaffer ermittelt. Es handelt sich um den vierten Radfahrer, der in diesem Jahr in Frankfurt bei einem Unfall sein Leben verloren hat. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat sich vor diesem Hintergrund dafür ausgesprochen, alle Lastwagen mit Abbiege-Assistenten auszurüsten. Dies müsse verpflichtend sein.

          Johanna Christner
          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Laut Polizei hat der Gaffer vor dem Eintreffen der Rettungskräfte das Opfer aus nächster Nähe fotografiert. Die Beamten nahmen die Personalien des Mannes auf. Wie ein Polizeisprecher sagte, könnte er wegen Störung der Totenruhe belangt werden, aber auch wegen eines Verstoßes gegen den Paragraphen 201a des Strafgesetzbuchs. Er verbietet eine „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“.

          33 tote Radler in Hessen

          Am Unfallort, einer stark befahrenen Kreuzung nahe einer U-Bahn-Haltestelle, soll es viele weitere Gaffer gegeben haben. Andere Passanten wiederum haben laut Polizei die filmenden Schaulustigen zum Weitergehen aufgefordert.

          Mittlerweile ist die Identität des getöteten Radfahrers bekannt: Es handelt sich um einen 77 Jahre alten Mann aus dem Raum Frankfurt. Da er keine Ausweispapiere bei sich gehabt hatte, war seine Identität zunächst ungeklärt geblieben. Er war am Dienstagnachmittag aus bisher ungeklärten Gründen auf der Kreuzung von Marbachweg und Eckenheimer Landstraße gestürzt und unter die Räder eines Lastwagens geraten. Zur Klärung des genauen Unfallhergangs sucht die Polizei weitere Zeugen, die sich unter der Telefonnummer 755-11200 melden können.

          Laut der Unfallforschung der Versicherer ist jeder dritte im Straßenverkehr getötete Radfahrer das Opfer eines Abbiegeunfalls. In Frankfurt starben im vergangenen Jahr fünf Radler bei Verkehrsunfällen, in Hessen 33. Abbiegende Kraftfahrzeuge stellten für Radler das Unfall- und Todesrisiko Nummer eins dar, meint Burkhard Stork, der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

          In Hanau werden wie berichtet sogenannte Trixi-Spiegel an Ampeln befestigt. In ihnen können Lastwagenfahrer Radler im toten Winkel sehen. Städte wie Freiburg, die solche Spiegel getestet haben, berichten von einem Rückgang der Unfallzahlen. Nach Ansicht von Oesterling muss der Gesetzgeber die Straßenverkehrsordnung so ändern, dass das Anbringen von solchen Spiegeln rechtlich möglich sei.

          Wie Oesterling treten auch die Grünen im Landtag für die Pflicht ein, Lastwagen mit einem Abbiege-Assistenzsystem auszurüsten. Dafür hat sich auch die Verkehrsministerkonfernez im April einstimmig ausgesprochen. Hessen ist einer Initiative aus Berlin beigetreten, die ein Assistenz-System für alle Lastwagen von 7,5 Tonnen an verpflichtend einführen will.

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