https://www.faz.net/-gzg-adr97

Abberufung im Magistrat : Dankbarkeit, Demut und Enttäuschung

Uwe Becker wird als Antisemitismusbeauftrager der hessischen Landesregierung auch in Zukunft gut beschäftigt sein. Bild: Wonge Bergmann

Die Stadtverordneten wollen am Donnerstag vier langjährige Dezernenten abberufen. Die Betroffenen schwanken zwischen Gelassenheit und Angriffslust. Finanzielle Sorgen müssen sie sich nicht machen.

          2 Min.

          Als Uwe Becker (CDU) am Dienstag seinen Brief an die „sehr geehrten Stadtverordneten“ verschicken ließ, in dem er sich bei den Kollegen bedankte und die neue Koalition kritisierte, hielt er sich in Israel auf. Dort überbrachte er im Namen der Stadt Frankfurt Tel Avivs Oberbürgermeister Ron Huldai Fördermittel für Holocaust-Überlebende. Die Aufgabe passte zu seiner ehrenamtlichen Aufgabe: Der Bürgermeister und Stadtkämmerer ist auch Antisemitismusbeauftragter der Hessischen Landesregierung. Für politische Termine ist also weiter gesorgt, auch in Zukunft – denn wenigstens dieses Amt bleibt dem 51 Jahre alten Politiker, der seit 15 Jahren Dezernent und damit hauptamtliches Mitglied im Magistrat ist, erhalten.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Erst war er für Soziales zuständig, dann lange für Finanzen und Kirchen. Doch mit der hauptberuflichen Stadtpolitik ist bald Schluss. „Ein Gefühlscocktail“, sagt er, ihn umtreibe eine „Mischung aus Dankbarkeit und Demut“. An diesem Donnerstag steht seine erste Abberufung an, wie es laut Hessischer Gemeindeordnung (HGO) heißt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Protest gegen die PiS vor dem Verfassungsgericht in Warschau am 31. August

          Polen und die EU : Die wachsende Gefahr des Polexits

          Die nationalkonservative PiS-Regierung will Polen wohl nicht aus der EU führen. Aber sie nimmt das Risiko mutwillig in Kauf, weil sie ihre Macht über das Wohl des Landes stellt.

          Daniel Craigs letzter 007-Film : Sein Name war Bond

          15 Jahre lang spielte Daniel Craig den Geheimagenten James Bond und rettete in seiner Rolle die Welt. Jetzt kommt sein letzter 007-Film ins Kino – das Ende eine Ära. Ein Abschiedstreffen.