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580-Millionen-Euro-Projekt : Baubeginn für Frankfurter Maintor-Areal

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Aus Alt mach Neu: Das Hochhaus der Degussa an der Ecke Neue Mainzer Straße und Weißfrauenstraße... Bild: DIC

In der Frankfurter Innenstadt wird am 1. August mit einem der zurzeit größten Bauvorhaben in Deutschland begonnen. Es handelt sich dabei um die Neubebauung des zwei Hektar großen Degussa-Areals.

          In der Frankfurter Innenstadt wird am 1. August mit einem der zurzeit größten Bauvorhaben in Deutschland begonnen. Die Deutsche Immobilien Chancen (DIC) will an diesem Tag mit dem ersten Bauabschnitt des auf rund 580 Millionen Euro taxierten Maintor-Projekts beginnen. Es handelt sich dabei um die Neubebauung des zwei Hektar großen Degussa-Areals zwischen Main, Städtischen Bühnen, Weißfrauenstraße und Karmeliterkloster. Zum ersten Bauabschnitt zählen der Abriss des zuvor von der Degussa genutzten Bürobestands und die Revitalisierung des alten Degussa-Hochhauses am Willy-Brandt-Platz. Der 46 Meter hohe Büroturm wird nach seiner Umgestaltung unter dem Namen „Primus“ vermarktet werden. Das gesamte Maintor-Projekt, zu dem drei weitere Hochhäuser und 250 Wohnungen gehören, soll 2015 fertig sein.

          Wie der DIC-Vorstandsvorsitzende Ulrich Höller mitteilte, ist der Büroturm „Primus“ an einen privaten Investor veräußert worden. Es handelt sich um Carlo Giersch, der sein Vermögen mit einem Elektrogroßhandel gemacht hat und als Gründer des nach ihm benannten Frankfurter Museums für regionale Kunst hervorgetreten ist. „Wir haben das Objekt durch den Verkauf erfolgreich vermarktet und erfüllen, was wir immer gesagt haben: Mit einer Vorvermarktung beginnen wir“, sagte Höller.

          Der Abriss des gesamten Bestands wird etwa ein halbes Jahr lang dauern

          Die DIC will selbst mit ihrem Hauptsitz in das Gebäude einziehen, das bis 2013 entkernt wird und nach Entwürfen des Frankfurter Architekturbüros KSP eine neue Fassade und neue Einbauten erhält. Die DIC hat derzeit ihren Sitz im Büro- und Geschäftszentrum Grünhof an der Eschersheimer Landstraße. „Wir geben damit ein klares Bekenntnis zum Standort Maintor ab“, sagte Höller. Das Gebäude bietet Platz für zwei weitere Mieter. Die DIC investiert in den ersten Bauabschnitt rund 50 Millionen Euro.

          ...soll zum „Primus” umgebaut werden.

          Der Abriss des gesamten Bestands wird etwa ein halbes Jahr lang dauern. Die weiteren Bauabschnitte sollen daran anschließend in den nächsten beiden Jahren angegangen werden, so dass das gesamte Projekt in vier Jahren weitgehend fertig gestellt sein soll. Der Bau der mit 64 und 70 Metern kleineren Hochhäuser „Panorama“ und „Porta“ soll im Laufe des Jahres 2012 beginnen, anschließend folgen die „Patio“ und „Palazzi“ genannten Wohngebäude, die im südlichen Teil des Areals mit Blick auf den Main liegen. Die Entwürfe stammen vom Frankfurter Architekten Jo Franzke. Als letztes kommt das mit 110 Metern höchste Hochhaus „Winx“ im Kern des Areals an die Reihe, das ebenfalls von KSP entworfen wurde. Der letzte Bauabschnitt soll spätestens Ende 2013 beginnen.

          Vor gut fünf Jahren gekauft

          In dem neuen Stadtquartier sollen nach Fertigstellung einmal 3500 Menschen leben und arbeiten. Höller ist der Ansicht, dass auf dem bislang für die Öffentlichkeit abgeriegelten Degussa-Areal ein urbaner Lebensraum entsteht. „Jetzt bietet sich die Chance, für Frankfurt ein attraktives neues Stadtviertel homogen zu entwickeln.“

          Die DIC hatte das Areal von gut fünf Jahren von der Evonik Degussa GmbH gekauft. Zunächst war geplant, dass die Degussa noch bis 2015 Mieter der Gebäude bleiben sollte, der Vertrag wurde jedoch zum 31. Dezember 2010 aufgelöst. In den Verhandlungen mit der Stadt war es der DIC gelungen, die Ausnutzung von rund 70.000 auf etwa 100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zu erhöhen. Im Gegenzug sagte das Immobilienunternehmen zu, 20.000 Quadratmeter an Wohnraum zu schaffen. Zwischenzeitlich war das Areal auf Betreiben von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) als Standort für das Museum der Weltkulturen im Gespräch, das Vorhaben scheiterte jedoch am Einspruch der CDU-Fraktion.

          Einen ersten Eindruck von dem Gelände können sich viele Frankfurter noch bis zum 9. Oktober bilden. Bis dahin ist in einem der zum Abbruch vorgesehenen Degussa-Bestandsgebäude die Jubiläumsausstellung „20 Jahre Gegenwart“ des Museums für Moderne Kunst zu sehen.

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