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50 Jahre Museum für Kommunikation : Geschichten aus der Medienwelt

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Gedächtnis von Post und Telekom: das Museum für Kommunikation Bild: F.A.Z. - Helmut Fricke

Vor 50 Jahren hat Bundespostminister Stücklen das Museum für Kommunikation eröffnet. Am Sonntag feiert es sein Jubiläum - mit einem Tag der offenen Tür und einem Programm für Familien und technisch Interessierte.

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          Ein Postmuseum in Frankfurt – das ist keine Selbstverständlichkeit. Als nach dem Zweiten Weltkrieg zu entscheiden war, welche Stadt in Deutschland diese Einrichtung der Deutschen Bundespost bekommen sollte, war die Konkurrenz groß: Städte wie Bonn bemühten sich, Karlsruhe, Heidelberg, auch Berlin. Doch die Post setzte damals auf Frankfurt wegen der Messe, des Verkehrsknotenpunkts und nicht zuletzt der Tradition halber, hatte doch das Haus Thurn und Taxis schon früh hier seine Reichs-Postverwaltung.

          50 Jahre sind vergangen, seit das Postmuseum, wie es lange hieß, am Schaumainkai eröffnet wurde. Als Standort war vor 1958 auch das Leinwandhaus in der Diskussion, doch schließlich waren die Museumsleute froh, dass sie in die alte Villa Neufville ziehen konnten, denn dort boten sich später Erweiterungsmöglichkeiten. Am Sonntag feiert das Museum Jubiläum, nicht mit einem Festakt, sondern mit einem Tag der offenen Tür und einem Programm, das sich an Familien, aber auch an technisch Interessierte wendet: Bei Führungen sollen besondere Objekte aus den Sammlungen gezeigt werden.

          Grundsatzentscheidung zugunsten von Frankfurt

          Vor dem Krieg gab es in Deutschland viele regionale Postmuseen, das 1898 eröffnete Reichspostmuseum an der Leipziger Straße in Berlin war das mit Abstand bedeutendste. Vor dem Bombenkrieg wurden viele Exponate und Sammlungen aus der Hauptstadt weggebracht, immer in Richtung Westen. Vieles gelangte nach Mellrichstadt in Nordbayern, die Briefmarkensammlungen wurden in einem Bergwerk bei Eisleben in Thüringen eingelagert. Doch bevor die Sowjetunion Thüringen von den Amerikanern übernahm, reichten diese die Philatelie-Sammlung nach Wiesbaden weiter, erst zum „Central Collecting Point“ und 1948 dann an die Hauptverwaltung der Bi-Zone.

          Frankfurt war in der frühen Bundesrepublik der Poststandort schlechthin, erst 1954 zog das Ministerium nach Bonn, und die neue Hauptstadt rechnete auch fest damit, dass sie als Morgengabe das Museum bekäme. Tatsächlich setzte sich Frankfurt durch, wo man mehr schlecht als recht die alte Villa am Main für den Museumsbetrieb umbaute. Das Haus war 1893 für eine Bankiersfamilie vom Frankfurter Baurat Franz von Hoven im Stil der Neorenaissance errichtet worden. Von Hoven entwarf auch den historisierenden Neubau des Frankfurter Rathauses. Im Krieg war die Villa Neufville stark zerstört worden; die Tordurchfahrt, die Erker und Balkone auf der Mainseite wurden später nicht rekonstruiert. Am 31. Januar 1958 kam Bundespostminister Richard Stücklen (CSU) zur Eröffnung.

          Als in den achtziger Jahren die Gestaltung des Museumsufers anstand, wurde in Ergänzung der Villa ein modernes Ausstellungsgebäude geplant. Doch auch hier war zunächst die Grundsatzentscheidung zugunsten von Frankfurt durchzusetzen. Bonn ging gerade daran, für die Bundespost ein neues großes Ministerium zu errichten, das auch das Museum hätte aufnehmen können. Einen Abriss der Villa untersagte der Denkmalschutz. Ein Kompromiss hielt fest, dass ein Neubau sich nicht wie ein klotziger Riegel an den Schaumainkai legen dürfe. Doch auch das Erweiterungskonzept stieß auf Hindernisse, denn auf der Rückseite lag ein Kindergarten.

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