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Einigung mit Betrieben : 3000 neue Wohnungen unweit des Industrieparks Höchst

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Blick über einen Teil des Industrieparks Höchst Bild: Frank Röth

Im Umkreis von 500 Metern von Industrieparks wird es in Frankfurt keine neuen Wohnbaugebiete geben. Weshalb aber dennoch in Höchst bis zu 3000 Wohnungen gebaut werden sollen, folgt aus einer Übereinkunft von Stadt und Chemiefirmen.

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          Frankfurt hat sich mit den chemisch-pharmazeutischen Unternehmen der Stadt über Möglichkeiten des Bauens nahe der drei großen Industrieparks geeinigt. Die Stadt wird in 500 Metern Abstand - gemessen von den Zäunen der großen Parks in Höchst, Griesheim und Fechenheim - auf Wohngebiete oder Schulen verzichten. In einem Abstand von 500 bis rund 1000 Metern kann Hessens Metropole jedoch Wohnungen bauen, ohne Klagen der Unternehmen befürchten zu müssen.

          Frankfurt erhofft sich von der am Montag unterzeichneten Vereinbarung den Bau von bis zu 3000 Wohnungen im Frankfurter Westen. Für diese verpflichtet sich die Stadt dann aber wegen der Nähe zu den Industrieparks zu besonderen Schutzmaßnahmen wie Alarm- und Evakuierungssysteme. Sowohl für die Stadt als auch für die Unternehmen bedeute die Vereinbarung Planungssicherheit, erklärte Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

          „Modellcharakter für Hessen“

          Hintergrund für die jahrelangen Verhandlungen mit den Firmen ist die Umsetzung der sogenannten Seveso-III-Richtlinie der EU in deutsches Recht. Im Jahr 1976 hatte sich im italienischen Seveso ein verheerender Chemieunfall ereignet, in dessen Folge die Sicherheitsvorkehrungen für die Industrie drastisch verschärft worden waren.

          Die Richtlinie mache aber keine Vorgaben zu den Abstandsregelungen für die Bebauung nahe der Industrieparks, erläuterte der Sprecher des Frankfurts Planungsdezernats, Mark Gellert. Die Einigung in Frankfurt mit der Industrie habe daher Modellcharakter für Hessen und könne auch bundesweit wegweisend sein.

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