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175 Jahre Paulskirche : Viertägiges Fest in der „Hauptstadt der Demokratie“

Ort mit vielen historischen Facetten: Die Paulskirche mit dem Einheitsdenkmal im Vordergrund Bild: Wonge Bergmann

Rund 350.000 Besucher werden im Mai 2023 erwartet, wenn Frankfurt das Jubiläum der ersten deutschen Nationalversammlung feiert. Mit etlichen informativen und unterhaltsamen Veranstaltungen will die Stadt die Demokratiegeschichte würdigen.

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          Vom 18. bis zum 21. Mai nächsten Jahres soll die na­tionale, vielleicht sogar internationale Öffentlichkeit auf Frankfurt schauen, wenn nicht gleich zum Mitfeiern in die Mainmetropole kommen. Das zumindest ist der Wunsch von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und dem Chef der städtischen Tourismusgesellschaft TCF, Thomas Feda. Am Dienstag haben beide das Programm zum 175-Jahre-Jubiläum der ersten deutschen Nationalversammlung vorgestellt, die am 18. Mai 1848 mit dem Einzug der Parlamentarier in die Paulskirche begann.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Die Stadt wolle sich an die Wurzeln der Demokratiegeschichte erinnern, sagte Feldmann. Wie kein anderes Gebäude in Deutschland stehe die Paulskirche für Versammlungs-, Presse- und Redefreiheit sowie die politische Mitgestaltung durch Wahlen. „Wir sind und wir bleiben die Hauptstadt der Demokratie.“ Mit dem Programm, das im Februar in einer endgültigen Fassung vorliegen werde, wolle die Stadt eine Brücke zwischen lokaler und globaler Perspektive schlagen, es solle um die Bedeutung der Paulskirche als Denkmal gehen, aber auch darum, wie hart erkämpft die Freiheitsrechte sind, was sie heute bedeuten und wie sie verteidigt werden können.

          Der Bundespräsident wird erwartet

          Rund 350.000 Besucher erwartet Feda an den vier Festtagen, insgesamt etwa 3,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Das ist in beiderlei Hinsicht in etwa die Größenordnung, die auch das Fest zur Eröffnung der Altstadt und die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit hatten. Die Veranstaltungen sollen sich im weiteren Um­kreis der Paulskirche konzentrieren, also im Viertel zwischen Jüdischem Mu­seum und Dominikanerkloster, Mainkai und Berliner Straße. Der offizielle Festakt, zu dem unter anderen der Bundespräsident erwartet wird, soll am 18. Mai in der Paulskirche stattfinden.

          Schwarz-rot-gold: Das Logo mit den Silhouetten der Paulskirche und einer Sprechblase soll auf die Jubiläumsveranstaltungen hinweisen.
          Schwarz-rot-gold: Das Logo mit den Silhouetten der Paulskirche und einer Sprechblase soll auf die Jubiläumsveranstaltungen hinweisen. : Bild: Stadt Frankfurt

          Die Hauptbühne befindet sich auf dem Römerberg, dort sollen Schauspieler, Musiker und Chöre auftreten. Auch auf dem Paulsplatz, dem Weckmarkt, dem Hühnermarkt, dem Domplatz und dem Mainkai soll ein Informations- und Unterhaltungsprogramm stattfinden, die Bethmannstraße und die Braubachstraße werden für den Durchgangsverkehr gesperrt. Geplant sind Ausstellungen in den Innenstadt-Museen, Vorträge und Diskussionen, Stadtführungen zur Freiheitsbewegung und zur Revolution von 1848, eine abendliche „parti­zipative Inszenierung“ am Main unter dem Titel „Ode an die Demokratie“ und ein gastronomisches Angebot mit Schwerpunkt auf lokaler und regionaler Küche.

          Etliche Akteure beteiligt

          Feldmann und Feda legen Wert da­rauf, dass das Programm von Anfang an mit etlichen Institutionen und Akteuren geplant worden sei. Diese reichen von den Museen über Partnerstädte wie Leipzig und Philadelphia bis hin zum zivilgesellschaftlichen Netzwerk Paulskirche, das ein noch umfassenderes Programm organisiert, das in diesem Herbst beginnt und bis ins Jahr 2024 reicht, in dem die Paulskirchenverfassung ihr 175-Jahre-Jubiläum feiert.

          Vor dem Fest finden vom 12. bis 17. Mai 2023 unter Regie des Netzwerks die „Internationalen Tage der Demokratie“ statt. Geplant sind eine „Global Assembly“ mit Teilnehmern aus aller Welt, ein „Global House of Young Voices“ genanntes virtuelles Jugendparlament mit den Partnerstädten Frankfurts sowie künstlerische und spielerische Ak­tionen, unter anderem „Escape-Bubbles zum sinnlichen Erleben von Demokratie“. Das Netzwerk, das für seine Beiträge aus dem 3,5-Millionen-Euro-Budget gut eine Million Euro erhält, hat den Anspruch, den demokratischen Pro­­zess zu beleben, zur Teilhabe und zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung anzuregen.

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