https://www.faz.net/-gzg-9n4jw

Eine Woche vor der Europawahl : Rund 15.000 demonstrieren in Frankfurt für „Ein Europa für alle“

  • Aktualisiert am

Die Kundgebungsteilnehmer ziehen mit einem Schild „Ein Herz statt Hetze“ durch die Hochhausschluchten im Bankenviertel. Bild: dpa

Die Demonstranten sprechen sich für Europa und gegen Nationalismus aus. Auch in 42 anderen europäischen Städten gehen Menschen auf die Straße – sie wollen Populisten und Rechtsextremen nicht das Feld überlassen.

          Rund 14.000 Menschen haben nach Angaben der Polizei, und rund 16.000 nach Angaben der Veranstalter, am Sonntag in Frankfurt am Main für Europa und gegen Nationalismus demonstriert. Aufgerufen zu dem Rundmarsch hatte das Bündnis „Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“. Auf Plakaten und Transparenten forderten die Demonstranten dazu auf, bei der Europawahl das Feld nicht den Populisten und Rechtsextremen zu überlassen.

          Dem Frankfurter Bündnis gehörten 40 Organisationen an, unter den Veranstaltern waren der Wohlfahrtsverband Parität, Attac, Pro Asyl und die Naturfreunde Deutschlands. Zu den Bündnispartnern gehörten unter anderem der DGB Frankfurt am Main, die Diakonie Hessen, der Kolpingverband und Greenpeace. Darüber hinaus demonstrierten nach Angaben der Veranstalter unter demselben Motto Menschen in Berlin, Köln, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart sowie in 42 Städten in zwölf weiteren Ländern mit demselben Ziel.

          Bei der Auftaktkundgebung auf dem mit Menschen gefüllten Opernplatz sprach Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ein Grußwort. Teilnehmer aus allen Altersgruppen von Familien mit Kindern bis zu den „Omas gegen Rechts“ trugen zahlreiche Fahnen mit Europa-, Regenbogen- oder Friedenszeichen sowie T-Shirts und Hüten im blauen EU-Emblem. Mitstreiter der Aktion „Seebrücke“ trugen Rettungswesten.

          Auf Plakaten war, den Wahlplakate-Stil der AfD mit einer gegenläufigen Botschaft imitierend, zu lesen: „Rassismus ist keine Alternative“, andere Plakate riefen zur Europawahl auf: „Dein Kreuz für die Menschenrechte“ oder „Wer in der Demokratie schläft, kann in der Diktatur aufwachen.“

          Auch an der Alten Oper zogen die Demonstranten vorbei.

          Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vertreten. Die Demonstranten zogen zum Main, über die Kurt-Schumacher-Straße und die Berliner Straße zurück zum Opernplatz. Veranstalter und Polizei sprachen bis zum Nachmittag von einem friedlichen Verlauf.

          Die Europawahl am 26. Mai sei eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union, sagte vorab Roland Süß vom Koordinationskreis von Attac. Es gelte zu verhindern, dass Nationalisten und Rechtsextreme ins Parlament einzögen. Süß plädierte für ein solidarisches und ökologisches Europa. Die Interessen von Konzernen und der industriellen Landwirtschaft bedrohten die Zukunft von Mensch und Natur.

          Yasmin Alinaghi, Geschäftsführerin des Paritätischen Hessen, betonte in ihrer Ankündigung der Kundgebung: „Wir treten ein für ein solidarisches Europa, in dem Armutsbekämpfung oberste Priorität hat.“ Die EU brauche nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Stabilitätskriterien. Dazu gehörten europaweite Mindeststandards bei Lohn, Rente, Grundsicherung und sozialer Infrastruktur.

          Die Menschenrechte seien die zivilisatorische Grundlage Europas, mahnte vorab Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl. Zivilisatorische Standards würden jedoch „eingerissen, wenn Tausende im Mittelmeer ertrinken und Europa das Zurückschleppen in die Hölle Libyens finanziert“. Bei der Wahl am 26. Mai gehe es darum, die rechtsstaatlichen Grundsätze für die Zukunft zu sichern.

          Michael Erhardt, Vertreter der Frankfurter DGB-Gewerkschaften, hatte in seinem Aufruf zur Demonstration kritisiert: „Die Verteilungsschieflage ist himmelschreiend, dabei ist Geld genug da.“ Die EU müsse sich als fortschrittliches Projekt beweisen, bei dem soziale Rechte, Arbeitnehmerrechte, Abrüstung und Umweltschutz an erster Stelle stünden.

          Weitere Themen

          Revival der Föhnfrisur

          „Saturday Night Fever“ : Revival der Föhnfrisur

          Am Premierenabend riss es bei der Zugabe mit „Stayin’ alive“ alle in der Wasserburg von den Sitzen. „Saturday Night Fever“ bei den Burgfestspielen Bad Vilbel.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          TV-Duell für Tory-Vorsitz : „Wo ist Boris?”

          In einer lebendigen Debatte stellen die Kandidaten für den Vorsitz bei den britischen Konservativen unter Beweis, wie groß das Arsenal präsentabler Politiker der Tory-Partei noch ist. Boris Johnson bleibt der Runde fern – und ein anderer sticht heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.